«Nein, ich kann weder mit meiner Leistung noch mit dem Resultat zufrieden sein. In den ersten 30 Minuten hatten wir klare Vorteile. Ich hätte vor der Pause zwingend das 1:0 schiessen müssen», sagte David Degen. Er blickte damit auf eine Szene in der 44. Minute zurück: Degen setzte sich auf der rechten Seite mit Tempo und Technik durch, zwei Meter vor Basel-Hüter Yann Sommer begann er jedoch zu zögern und suchte den Abschluss zu wenig konsequent. So wurde er in extremis noch vom Ball getrennt.

Eine etwas andere Ansicht hatte Marco Streller. «Wir haben ein gutes Spiel zweier Mannschaften gesehen, die um den Titel spielen werden. Die Young Boys waren gut auf uns eingestellt und machten die Räume eng. So kamen wir nicht wie gewünscht zum Abschluss», so der neue FCB-Captain. Er hatte auch lobende Worte für Basel-Hüter Sommer parat. «Yann hat hervorragend gehalten. Grandios, wie er nach wenigen Minuten gegen den alleine auf ihn ziehenden Raphael Nuzzolo parierte. Und er hat jede Flanke sicher behändigt. So etwas gibt der ganzen Mannschaft viel Sicherheit», sagte Streller.

«Nach unserem Führungstreffer hätte ich mir gewünscht, dass wir den Vorsprung länger gehalten hätten. Ich hoffte, wir würden dann mehr Platz für unsere Konter finden», fuhr der ex-Internationale fort. «Aber wir haben uns diesen einen Punkt redlich verdient», so Streller. Diesem Urteil schloss sich an der anschliessenden Medienkonferenz auch Basel-Trainer Thorsten Fink an. «Mit der Leistung kann ich nicht zufrieden sein, mit dem Resultat schon. Wir haben noch viel Arbeit vor uns», meinte der Deutsche.

Vor Matchbeginn hatte sich YB-Trainer Christian Gross einem veritablen Blitzlichtgewitter ausgesetzt gesehen. Rund 20 Fotografen belagerten die Berner Trainerbank. Auch bei der Pressekonferenz galt das Hauptaugenmerk dem ehemaligen FCB-Trainer, der mit fester Stimme sagte: «Von der Grundhaltung bin ich zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen den Schweizer Meister gespielt haben. Gegen einen Widersacher, der wenig Torchancen zulässt.

Da muss man erstens parat sein und zweitens die wenigen Einschussmöglichkeiten konsequent, ja resolut verwerten. Individuell müssen sich einige noch massiv steigern.» Und die Frage eines Medienschaffenden, wie er den Auftritt von David Degen beurteilt, beantwortete Gross kurz und bündig: «Dave kann besser spielen. Und er wird dies auch tun.» Eine Einschätzung, die David Degen «ohne Wenn und Aber unterschreiben kann». Fortsetzung in einer Woche, wenn YB im Wallis beim FC Sion gastiert und der FC Basel im St. Jakob-Park die «Wundertüte» Xamax empfängt.

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