Drei Partien und 14 Tage später tönt es so: «Die Meisterschaft ist wieder offen. Der Vorsprung von GC schrumpft und schrumpft ...», sagt Marco Streller nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft gegen YB. Sechs Punkte sind es nach dem gleichzeitigen 1:1 der Hoppers gegen Lausanne; eine solche Differenz hat Streller vor wenigen Tagen noch als Ziel bis zur Winterpause ausgegeben.

Der Basler Captain trug gestern wegen eines Nasenbeinbruchs, den er im Spiel beim FCZ erlitten hatte, eine Karbonmaske; zum ersten Mal in seiner Karriere. Ginge es nach ihm, auch das letzte Mal. «Die Blickwinkel sind eingeschränkt, vieles muss man erahnen. Mir lag dauernd ein Schatten auf den Augen.»

Optisch erinnerte Streller an die Hauptfigur im Musical «Das Phantom der Oper». Darauf angesprochen grinst Streller und wagt in den Katakomben gar einige Tanzschritte. Für das lokalpatriotische Design – Strellers Maske war schwarz-weiss bemalt und mit dem Baslerstab verziert – meinte er: «Mladen Petric trug einmal wegen der gleichen Verletzung eine rotblaue Maske, da musste ich mir etwas Neues einfallen lassen.»

Strellers Spässe zeugen vom wiedergewonnenen Selbstvertrauen des letztjährigen Doublesiegers. «Der FCB ist wieder da», sagt der Captain und meint, man habe YB gar noch höher schlagen müssen.

Tatsächlich ist Basel auf gutem Weg, wieder der Dominator vergangener Tage zu werden. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass die Rotblauen eine Partie von A bis Z dominierten und daraus auch Kapital, sprich drei Punkte, schlugen. Trainer Murat Yakin forderte vor der gestrigen Partie, dass der FC Basel wieder Furcht einflössen müsse, dass er für Dominanz stehen müsse. Ist der Aufwärtstrend Folge des «Yakin-Effekts»? Darüber zu spekulieren, ist hypothetisch. Die Spieler waren auch unter Vogel sicher, den Turnaround zu schaffen. Fakt ist, dass die Offensive im FCB-Spiel deutlich mehr Gewicht hat als noch unter Yakins Vorgänger. Der Gegner wird früh unter Druck gesetzt, bei eigenem Ballbesitz konsequent der Pass nach vorne gesucht. «Das ist eine ganz andere Spielkultur als unter Heiko Vogel. Heute habe ich seit langem wieder einmal Freude, im St. Jakob-Park zu sein», sagte ein Matchbesucher.

«War das die beste Leistung, seit sie hier Trainer sind?» Murat Yakin wich einer konkreten Antwort aus und sagte, dass er wieder Fortschritte ausgemacht und ihm gefallen habe, dass das Team immer mehr seine Vorgaben umsetze. Sein Captain fand klare Worte: «Das war in meinen Augen die beste Leistung unter Murat Yakin. Und das gegen den besten Gegner in den letzten vier Spielen.» Keine Frage: Das Selbstvertrauen ist nach Basel zurückgekehrt.

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