Als Xherdan Shaqiri nach 71 Minuten endlich den Rasen im St. Jakob-Park betritt, ist der Spuk eigentlich schon vorbei. Der grosse FCB aus Deutschland schoss gegen den kleinen aus der Schweiz in der ersten Halbzeit drei Tore, womit die Stärkeverhältnisse früh klargestellt waren. Nach acht Minuten staubte Mario Mandzukic – von der Basler Abwehr sträflich alleine gelassen – aus vier Metern zum 1:0 ab. Kurz darauf (11.) liess sich die Abwehr der RotBlauen zu weit herauslocken, Bayerns Toni Kroos nutzte dies prompt zu einem herrlichen öffnenden Pass auf Thomas Müller. Dieser wiederum hatte genug Zeit, sich einen Abnehmer für die Flanke auszusuchen: Er entschied sich für Bastian Schweinsteiger, angesichts dessen Schuss ins Lattenkreuz eine gute Wahl. Das schönste Tor fiel in der 37. Minute: Müller entledigt sich an der Grundlinie der Basler Markus Steinhöfer und Goalie Yann Sommer, passt zurück zu Franck Ribéry. Der Franzose spielt einen Doppelpass mit Mandzukic und schliesst unhaltbar für den in den Kasten zurückgeeilten Sommer ab.

Als wollten die Bayern-Spieler ihren Gegner vor einer erneuten Klatsche wie dem 7:0 im letzten März im Champions-League-Achtelfinal bewahren, schalteten sie nach Ribérys Treffer zwei Gänge runter und besannen sich bis zum Spielende auf Ballbesitz und einen geringen Kräfteverschleiss.

Einzig die Einwechslung von Heimkehrer Xherdan Shaqiri sorgt nochmals für Aufregung. So laut wie in diesem Moment wird es ansonsten im mit über 30 000 Zuschauern prächtig gefüllten Stadion während der 90 Minuten nie, von allen Seiten gibt es Jubel und Applaus für «Shaq-Attack». Mit seiner ersten Aktion holt er einen Corner heraus, dann blockt Basels Arlind Ajeti in extremis einen Schuss seines Kumpels. Bei einem Lobball aus 25 Metern, der das Ziel jedoch weit verfehlt, blitzt für einen kurzen Moment das Spitzbübische von Shaqiri hervor. Zu mehr reicht es während seines 20-minütigen Einsatzes nicht. «Klar hätte ich gerne länger gespielt. Aber ich bin mit dem Gezeigten zufrieden», sagt er nach dem Schlusspfiff.

Es sei komisch gewesen, als Gegner nach Basel zu kommen. «Erst habe ich den Weg in die Gästegarderobe nicht gefunden.» Nach dem Spiel die Familie und Freunde treffen lag nicht drin – nachdem Shaqiri sich noch für eine kurze Talkrunde in der Lounge zeigte, musste er in den Bus hetzen, der das Münchner Starensemble zurück zum Flughafen brachte.

So bereit die Bayern gestern für den Rückrundenstart in einer Woche schienen, so sehr war dem FC Basel anzumerken, dass für ihn die Vorbereitung eben erst begonnen hat. «In der ersten Halbzeit waren wir nie richtig im Spiel», sagte Murat Yakin. Der Trainer stellte die Neuzugänge Raul Bobadilla und Serey Die in die Anfangsformation, der dritte im Winter verpflichtete Spieler – Endogan Adili – durfte sich in der letzten Viertelstunde präsentieren. Noch ist es zu früh, irgendwelche Schlüsse über den Einfluss der Neuen zu ziehen. Bobadilla, der am linken Flügel spielte, hatte seine stärkste Szene Mitte der ersten Halbzeit, als er ins Zentrum stach, von Serey Die bedient wurde und knapp übers Tor schoss.

Am Montag fliegt der FC Basel für zwölf Tage ins Trainingslager nach Spanien. Dort soll bei besten Trainingsbedingungen die Abstimmung für die am 10. Februar gegen Sion beginnende Rückrunde gefunden werden.

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