Am Ostersamstag wird nach 40 Tagen das Fasten gebrochen. Die Zeit der Entbehrung für den FC Basel war zwar eine Kürzere. In den letzten 13 Tagen hatte es für den Leader der Super League nur magere Kost gegeben. Nach den üppigen acht Partien mit acht Siegen nach der Winterpause war die Mannschaft vom Rheinknie gemässigter geworden. Und sie blieb seit dem 10. April sieglos. Nur drei Punkte gab es für sie aus den Begegnungen mit YB, GC und Xamax. Der FCZürich konnte somit bis auf einen Punkt auf den Leader aufrücken.

Am gestrigen Ostersamstag war es deshalb Zeit für die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink, die Reserven aufzubrechen, wieder mit Währschaften zu Kräften zu kommen und dem Verfolger aus Zürich zu enteilen. Lange schien dieses Unterfangen in Gefahr. Die Berner Young Boys waren ebenso hungrig in die Partie im St.-Jakob-Park gestiegen. Wie immer in dieser Saison griffen sie gegen den FC Basel in der Startphase gut an, gingen im vierten Spiel gegen den Doublesieger zum vierten Mal in Führung (Bienvenu 21.) und stellten den Platzklub vor Problemen.

Denn auch wenn der FC Basel nur sechs Minuten später nach einer Flanke Behrang Safaris und der Direktabnahme Scott Chipperfields den Ausgleich gefunden hatte, blieb das Spiel bis zur 85. Minute unentschieden. «Es war nicht das Spiel der grossen Chancen», hatte Thorsten Fink im Nachhinein richtig angemerkt. Gerade in der zweiten Hälfte kamen die Gäste aus Bern nur zu einem einzigen Abschluss mit Mayuka (75.), während sich der FCB an einer gut stehenden YB-Defensive die Zähne ausbiss und erneut keine herausragende Spielkultur an den Tag legte. Schon nächste Woche dürfte mit der Rückkehr Xherdan Shaqiris eine Besserung eintreten, doch nun muss Thorsten Fink wohl auf den anderen Teil der Flügelzange verzichten: Valentin Stocker verletzte sich gegen YB ohne Fremdeinwirkung und wurde gestern noch im Krankenhaus am Knie untersucht.

Es war kein Spiel auf einem hohen Niveau, wie der Basler Trainer gesehen haben wollte. Dafür fehlten die genialen Spielzüge, die beherzten Kämpfe. Emotionen boten vielmehr die strittigen Schiedsrichterentscheidungen, als etwa der Young Boy Farnerud im Offside gestoppt wurde (18.), dem Basler Alex Frei ein wohl reguläres Tor aberkannt wurde (51.) und Senad Lulic mit Gelb-Rot vom Platz musste, obwohl er zuvor den Ball gespielt hatte und erst danach den Gegner am Bein traf (78.). Ohne Lulic hatte YB sein belebendes Element verloren und der FC Basel spielte nun seine Dominanz aus.

«Wir haben in der zweiten Halbzeit den grösseren Willen zum Sieg gezeigt», sagte treffend Thorsten Fink. Dieser Glaube an den Erfolg materialisierte sich in der Schlussphase, als Innenverteidiger David Abraham bis vor den gegnerischen Strafraum stürmte und gekonnt über die YB-Verteidigung zum Siegesschützen Alex Frei hob (85.). «Wir haben auf die Kritik reagiert», sagte ein stolzer Fink. Nun hat der FC Basel wieder vorgelegt und das bestätigt, was der Trainer im Vorfeld beteuert hatte: «Wir können mit dem Druck umgehen.»

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