Linguista Sprachaufenthalte publiziert jedes Jahr eine Umfrage über Verhalten und Motivation der Kundinnen und Kunden, die eine Sprachreise buchen, und über die Beliebtheit der Destinationen. Dabei steht Englisch ungefährdet an der Spitze: Fast zwei Drittel aller Sprachreisenden haben sich auch 2016 für die Sprache Shakespeares entschieden. Auf den Plätzen zwei und drei gab es aber bei Linguista eine markante Verschiebung: Französisch hat seit 2013 von 11 auf 18% zugenommen, vor allem wegen einer stärkeren Nachfrage bei Schülern und Auszubildenden; Spanisch ist im selben Zeitraum von 12 auf 7% zurückgegangen. Am stärksten eingebrochen ist dort die Nachfrage bei Business-Kunden.

Praktisch unverändert blieben, mit 3 bis 5%, Italienisch und Deutsch auf den Plätzen vier und fünf. Allerdings nimmt die Nachfrage nach Deutschkursen für Jugendliche (vor allem aus der Romandie) wieder zu, nachdem sie von 2013 bis 2015 stark gefallen waren. Immer mehr Schulen fördern auch individuelle Sprachkurse für Schüler.

Zugenommen hat zudem das Segment 30+. Inzwischen richten sich zahlreiche Angebote ausschliesslich an reifere Sprachlernende. «Das hat es vor zehn Jahren noch nicht gegeben», sagt Linguista-CEO Claudio Cesarano. Linguista als Tochterfirma der Media Touristik AG an diversen Orten in der Schweiz mit Beratungs- und Verkaufsstellen für weltweite Sprachaufenthalte präsent. Die Media Touristik AG gehört seit 2010 zur Globetrotter Group.

Australien und Kanada gefragt
Wenn Englisch an der Spitze bleibt, so haben sich doch die Wunschziele geändert: England und Schottland sind, trotz tiefem Wechselkurs des Pfund Sterling, mit zusammen 21% (2013: 28%) weniger gefragt; auch Neuseeland lässt nach (von 10 auf 6%). Die Nachfrage nach USA-Aufenthalten schwankt plus-minus zwei Prozentpunkte um die 18%; die Aussichten für 2017 sind noch ungewiss. Stark zugelegt haben dafür Australien (von 12 auf 16%) und Kanada (von 11 auf 15%). In diesen beiden Ländern ist der sogenannte Farmstay besonders beliebt, das heisst ein Sprachaufenthalt verbunden mit Leben und Arbeit auf einem Bauernhof. Auch Malta (10%) und Irland (9%) sind für Englisch-Sprachreisen attraktiver geworden.

Wer seine Französischkenntnisse verbessern will, tut dies gern an exotischen Destinationen wie Guadeloupe oder La Réunion. Und auch für Spanischkurse verreist man problemlos etwas weiter: Kuba und Guatemala sind hier gut gebuchte Reiseziele; Costa Rica ist ein beliebtes Land für Leute, die neben dem Besuch eines Sprachkurses Freiwilligenarbeit leisten wollen. «Immer mehr Menschen legen Wert auf ein ganzheitliches Erlebnis, das über das reine Sprachenlernen hinausgeht. Ein Mix aus Abenteuer, Freiwilligeneinsatz, Menschen kennenlernen und Sprachkurs reizt am meisten. Gerne auch an Destinationen wie Miami, Hawaii oder Guadeloupe», sagt Claudio Cesarano: «Das Produkt von der Stange zieht nicht mehr.»