Von Esther Wyss

Ihr Wasser bewirkt Wunder. Das erzählten sich die Königsfamilien über die Therme Rimske Toplice in Slowenien. Kein Wunder, wollten sie das Wasser nur für sich nutzen. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren durchschnittliche Bürger an diesem Ort nicht zugelassen.

Heute ist das glücklicherweise anders. Alle können von der langen Bäder-Tradition in Slowenien profitieren. Zudem wurde in den vergangenen Jahren gerade in die Therme Rimske Toplice viel investiert. In bester Lage, umgeben von kristallklarer Luft und märchenhaften Wäldern, kann man sich entspannt der Heilkraft des Wassers aus den Tiefen der Amalijas-Quelle und der römischen Quelle überlassen. Schon ihnen, den Römern, war die Heilkraft der Therme bekannt.

Zwischen der Adria und der pannonischen Tiefebene hat Slowenien eine Vielzahl von natürlichen Thermal- und Heilbädern. Viele grosse Kurorte mit modernen Gesundheitszentren befinden sich im Osten des Landes in einem angenehmen, gemässigten Klima. Die Temperaturen der Quellen reichen von 25 bis 73 Grad.

Durch Schweizer Arzt berühmt
Das Städtchen Bled mit dem idyllischen See zieht jedes Jahr viele Touristen an. Seine Berühmtheit verdankt Bled dem Schweizer Arzt und Heilpraktiker Arnold Rikli, der schon Mitte des 19. Jahrhunderts eine Naturheilanstalt gründete.

In Bled vereinen sich Tradition und Moderne. Am Seeufer befindet sich das traditionsreiche Grand Hotel Toplice mit einem luxuriösen Spa und guter Küche. Hier sollte man unbedingt die «Bleder Kremsnita», eine süsse einheimische Spezialität probieren. Am nördlichen Ufer thront die mächtige Burg Bled auf einem steil abfallenden Felsen. Die kleine Insel inmitten des Sees ist ein Publikumsmagnet. Die hübsche Barockkirche Sveta Marija mit der Wunschglocke verleiht der Insel einen besonderen Reiz. Mit einer überdachten Pletna, einem hölzernen Boot, werden die Gäste sicher zur Insel gerudert. Der Fährmann erzählt, dass einmal einer seiner Söhne das Handwerk übernehmen wird. Das Metier liegt seit Jahrzehnten in den Händen einiger wenigen Familien.

Wer nach Süden an die Adriaküste ins eher mondäne Portoroz fährt, erlebt einen abrupten Vegetationswechsel. Knorrige Olivenbäume und Reben begrünen die Hügel. In Portoroz wurden 1891 das erste Hotel und eine Kur- und Badeanstalt errichtet. Heute säumen grosse, moderne Hotels die Uferstrasse und an der Strandpromenade reihen sich die Cafés, Restaurants und Bars und laden zum Verweilen ein.

Einige Hotels haben direkten Zugang zur Therme «LifeClass». Hier dreht sich alles um Salz. Es gibt fünf Dinge, die man sich während eines Aufenthaltes nicht entgehen lassen sollte: in das 42 000 Jahre alte Urmeer eintauchen, in der Salzsauna das Prickeln auf der Haut spüren, von der berühmten Salzblüten-Torte probieren, Seebarsch in der Salzkruste kosten und sich im Ayurveda-Center beraten lassen.

Wunderschön ist ein Spaziergang dem Strand entlang zum pittoresken Hafenstädtchen Piran. Das Zentrum bildet der grosszügig angelegte ovale Tartiniplatz, benannt nach dem berühmten Komponisten Giuseppe Tartini. Vom Platz aus führen Gässchen zwischen den Häusern auf den Hügel zur Kathedrale hinauf, von wo der Blick über die langgezogene Bucht von Triest bis zur kroatischen Grenze schweift. Der Weg führt vorbei am Benecanka, dem Venezianer-Haus. Das Haus wurde von einem aus Venedig stammenden und dort verheirateten Kaufmann für seine in Piran lebende Geliebte gebaut. Eine Tafel mit einem Löwen und der Inschrift «lasa pur dir» (lass sie reden) schmückt die Fassade des prächtigen Hauses.

Von Wellness bis Therapie
Die Umgebung der Therme Krka und das malerische Tal des gleichnamigen Flusses bieten die verschiedensten Möglichkeiten zu Entspannung und Erholung und zu Ausflügen. Die Thermalquellen wurden im 18. Jahrhundert entdeckt. Angeboten wird ein ganzheitliches Wellnessprogramm für jeden Geschmack und jedes Budget. Zum gesamten Komplex mit mehreren Hotels gehört ein modernes medizinisches Gesundheitszentrum für Diagnostik und Rehabilitation. In der Umgebung gibt es viele Gelegenheiten zu ausgedehnten Spaziergängen und sportlichen Aktivitäten.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das märchenhafte Wasserschloss Otočec, das auf einer kleinen Insel inmitten des smaragdgrünen Flusses Krka steht. Das Schloss ist von einer mächtigen Mauer mit vier Rundtürmen umgeben und wird durch einen wunderschönen Park ergänzt. Seit dem es umfangreich renoviert ist, wird es als Luxushotel genutzt. In den geschmackvoll eingerichteten Zimmern können Gäste die Magie der Vergangenheit erleben. Seit der Unabhängigkeit vor 25 Jahren wurde viel in die Modernisierung der Natur- und Heilbäder investiert.

Die Therme Olimia, die direkt an der kroatischen Grenze liegt, fügt sich mit der aussergewöhnlichen Architektur in die Umgebung ein und bietet für alle Ansprüche etwas. Das Wellnesscenter Orhidelia mit der Badlandschaft aus Aussen- und Innenpool und einer Saunalandschaft ist der luxuriöse Bereich von Olimia, während das Wellness-Zentrum Termalija mit der Wasseroase und der grössten Saunawelt Sloweniens punktet.

Die quirlige Hauptstadt
Wer zwischen dem Wellnessen interessante Abwechslung sucht, sollte unbedingt einen Ausflug nach Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, unternehmen. Mit den 280 000 Einwohnern, davon 60 000 Studenten, gilt Ljubljana als sehr junge, lebendige Stadt voller Lebenslust und mediterraner Leichtigkeit.

Die Altstadt ist geprägt vom Architekten Joze Pletcnik, der nach dem Erdbeben von 1885 viele grosse Bauprojekte verwirklichen konnte. Hier treffen sich Jugendstil- und Barockbauten zu einem harmonischen Gesamtbild. Ein lohnender Spaziergang führt von der Drachenbrücke, die ein schönes Fotomotiv abgibt, über den täglich stattfindenden farbenfrohen Markt und die Markthallen zur Metzgerbrücke. Am Geländer dieser Brücke besiegeln Verliebte ihre Liaison mit einem Vorhängeschloss. Der Markt bietet Früchte und Gemüse, Kleider, Korb- und Holzwaren.

Von der Metzgerbrücke spaziert man weiter zur Dreifachbrücke Tromostovje, dann zur Universität und auf der anderen Seite über die Schusterbrücke dem Fluss entlang zurück. Am Stari Trg ballen sich Strassencafés, Restaurants und Geschäfte.

Zu einem Stadtbummel gehört die Fahrt mit der Standseilbahn auf den Burghügel. Die Burg wurde 1990 rundum restauriert. Das moderne Konzept verbindet Kunst und Kultur, Tourismus und Gastronomie. Vom Aussichtsturm hat man einen spektakulären Blick über die Dächer der Altstadt und die Umgebung.

Die Reise wurde unterstützt vom Slovenian Tourist Board.

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