Von der Griechenland-Krise ist auf der Jetset-Insel Mykonos nichts zu spüren. Die gepolsterten Rattanliegen mit Sonnenschirm kosten am legendären Psarou Beach 40 Franken pro Person und Tag. Wer nach 11 Uhr kommt, hat kaum mehr eine Chance auf einen der begehrten Plätze.

Doch die Investition lohnt sich. Erstens hält man es ohne Schatten im Hochsommer sogar bei stets leichtem Wind, der immer auf der Insel weht, sowieso nicht lange aus, und zweitens bekommt man für die 40 Franken einiges geboten.

Schon ab Mittag herrscht ausgelassene Partystimmung, der Strand ist umgeben von Luxushotels und trendigen Restaurants und Bars. Sieben Tage pro Woche herrscht der Ausnahmezustand. Sicher spielt auch der reichlich fliessende Alkohol eine Rolle. Das junge und ausnahmslos attraktive Strandpersonal – alles Einheimische, sowohl Männer als auch Frauen – serviert dem internationalen Möchtegern-Jetset schon lange vor der eigentlichen Apéro-Zeit Champagner, Bier und Mojitos. Auffallend viele Engländer, Schweden und Amerikaner tummeln sich hier.

Aus den Disco-Boxen der Strandanlage dröhnen von 10 bis 20 Uhr abwechslungsweise Hits der 80er-Jahre oder peppige Remixe von aktuellen Superhits. «Je nachdem wie die Stimmung unter den Leuten ist, drehe ich auf oder wechsle den Stil», sagt der englische DJ John, der während der Saison zweimal die Woche gebucht ist. Wer jedoch in einem der direkt umliegenden Luxushotels seine Ruhe geniessen will, für den ist die Strand-Dauerbeschallung wohl weniger ein Hit.

Reklamationen wegen zu lauter Musik gäbe es selten, sagt Stelios Koumantakis, Manager des Fünf-Sterne-Resorts Mykonos Blu (www.mykonosblu.com). Das Hotel thront direkt am Hügel oberhalb des Psarou Beach und bietet nicht nur vom riesigen Infinity-Pool eine atemberaubende Sicht auf das offene Meer und die eher karge Landschaft. «Klar kommen ab und zu auch Familien oder Senioren, die absolute Ruhe suchen, doch wir ziehen hier halt schon eher ein junges, trendiges und tolerantes Publikum an. Mykonos ist sehr lebendig.» Es gäbe auf der Insel aber auch viele ruhige Strände wie unter anderem Agios Stefanos oder der Familienstrand Kalo Livaldi als Rückzugsoption, doch an den bekannten Orten wie zum Beispiel Paradise Beach und Psarou sei halt immer viel los.




Mykonos ist die Lieblingsinsel von Schwulen und Lesben. Wer dies am Tag an den Stränden – unter anderem am FKK-Beach Elias – nicht bemerkt hat, bekommt es spätestens bei Einbruch der Dunkelheit bei einem Spaziergang durch das malerische Innenstädtchen zu Gesicht. Man könnte meinen, dass drei Viertel der Touristen homosexuell sind, und sie machen kein Geheimnis daraus. «Die Toleranz ist hier deutlich höher als sonst irgendwo auf der Welt – man wird nicht blöd angegafft, wenn man zum Beispiel in der Öffentlichkeit küsst oder im Restaurant Händchen hält», schwärmt Coiffeur Leonardo aus der Schweiz, der jedes Jahr mit seinem Partner zwei Wochen auf der Sonneninsel Ferien macht. «Wer mit Schwulen oder Lesben ein Problem hat, der soll auf gar keinen Fall hierher fliegen.»

So ist es keine Seltenheit, dass man nicht nur als kurz berockte Frau im angesagtesten Nachtclub der Insel, dem legendären Cavo Paradiso, an der Theke überraschend von einem Mann einen Drink offeriert bekommt. Im Gegensatz zu Mallorca wird hier aber einiges gesitteter gefeiert – Ballermann-Bier-heirassa-Stimmung ist verpönt.

Trotzdem kommt wilde Partystimmung auf, jedoch in fast allen Clubs erst gegen 2 Uhr morgens. Vorher schlendert man gemütlich durch die einzigartigen Gässchen, wo die verschachtelten Häuschen alle weiss gestrichen sind, kann an jeder Ecke einen speziellen und liebevoll eingerichteten Laden entdecken, isst etwas oder vergnügt sich in einer der unzähligen Bars mit Blick aufs Meer.

Essen kann man auf Mykonos beinahe überall gut, die Restaurantbetreiber geben sich grosse Mühe, der Service ist top und die Atmosphäre idyllisch und romantisch. Ein Tipp an alle, die sich mit jemandem zum Nachtessen treffen wollen: Studieren Sie vorher die Stadtkarte gründlich! Die Altstadt ist ein echtes Labyrinth aus Gassen – da ist Venedig nichts dagegen, und man verirrt sich schon nach wenigen Metern.

Aufpassen muss man vor allem nachts auch auf den schlecht beleuchteten und engen Strassen, denn die vielen überfüllten Hotel- oder Ortsbusse oder Taxis haben zum Teil einen gefährlichen Fahrstil. Kommt dazu, dass sich beinahe jeder zweite Tourist einen lärmigen Roller oder ein Quad mietet und spät am Abend wohl angetrunken durch die Gegend rast.

Diese Reise erfolgte mit Unterstützung von TUI Suisse (www.tui.ch).

Flug ab Zürich
1 Woche, Hotel Aphrodite Beach (4-Sterne), Double Standard, Halbpension, Flug mit Swiss ab Zürich, Preis pro Person ab 1006 CHF
(Beispiel Abflug ab 25.05.2015); www.meine-tui.ch/JMK37020

Flug ab Zürich
1 Woche, Anamar Boutique (4-Sterne), Double Classic Sea View, Frühstück, Flug mit Swiss ab Zürich, Preis pro Person ab 937 CHF
(Beispiel Abflug ab 08.06.2015); www.meine-tui.ch/JMK32001

Flug ab Zürich
1 Woche, Myconian Kohili Korali Thalasso Spa (3 1/2-Sterne), Doppelzimmer, Frühstück, Flug mit Swiss ab Zürich, Preis pro Person ab 830 CHF
(Beispiel Abflug ab 08.06.2015); www.meine-tui.ch/JMK20012

Flug ab Zürich
1 Woche, Hotel Ammos Mykonos (3 1/2-Sterne), Double Standard, Frühstück, Flug mit Swiss ab Zürich, Preis pro Person ab 1266 CHF
(Beispiel Abflug ab 08.06.2015); www.meine-tui.ch/JMK24010