Der Schweizer Reiseverband (SRV) hat sich unter seinen Mitgliedern umgehört, wie dessen Geschäftsführer Walter Kunz meldet, und diese berichten fast durchwegs von einem erfreulichen Auftakt der Winterbuchungen. Bei TUI Suisse seien die „enorm gut laufenden“ Kanaren und Malediven sowie Thailand die wichtigsten Zugpferde, sagt TUI-Sprecherin Bianca Schmidt: „Starke Gästezuwächse registrieren wir auch für Mauritius und die Kapverden.“ Für beide Ziele hat TUI Suisse soeben Direktflüge ab Zürich lanciert.

Seit Jahren im Steigflug befinden sich die Buchungen für die Kanaren auch bei Hotelplan Suisse, wo sich der Trend Richtung Westen in diesem Winter bestätigt. „Dies auf Kosten der einstigen Top-Winterdestination Ägypten“, erklärt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. „Auch das Türkei-Geschäft ist um 70 Prozent eingebrochen“, hatte Walter Kunz schon im Sommer festgestellt, dies nach dem Putschversuch und nachfolgenden Unruhen. Und in Tunesien und Ägypten gab es nur deshalb keinen starken Einbruch mehr, weil die Touristen in beiden klassischen Ferienländern schon vorher weggeblieben waren.

Viel Anklang bei der Hotelplan-Kundschaft finden auch weiter entfernte Destinationen wie die USA und die Karibik, Neuseeland, Australien sowie Mauritius und Südafrika, sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Bei ITS Coop Travel freut man sich derweil über eine gesteigerte Nachfrage für die Malediven und für Cancún in Mexiko. Ähnlich das Bild bei Kuoni, wo sich im Mittelstreckenbereich neben den Kanaren auch Portugal erfreulich gut anlässt, wie Sprecher Marcel Schlatter sagt. „Auf der Langstrecke sind bei uns die Dominikanische Republik, Mexico, die Seychellen und Malediven im Moment besonders beliebt.“

Attraktive Preise
Abgeschrieben wird das weiterhin darniederliegende Ägypten-Geschäft jedoch nicht komplett. Grosse Veranstalter registrieren sogar eine leichte Erholung. Vor allem Hurghada, eine Destination am Roten Meer, die bei Tauchern und Wassersportlern aus Tradition beliebt ist, erlebt eine allmähliche Renaissance.

Und wie entwickeln sich die Preise? “Aus der Sicht der Kundschaft nach wie vor erfreulich“, sagte Walter Kunz: „Die Tarife, die nach dem Franken-Euro-Schock teils markant gesunken sind, verharren auch im Winter 2016/17 auf dem gleichen tiefen Niveau.“ Veranstalter bestätigen das. Bei Kuoni gibt es sogar eine weitere Tendenz nach unten, weil man vorteilhaft eingekauft hat. Und Andi Restle, der Geschäftsführer von ITS Coop, bemerkt, dass sich der immer schärfer werdende Preiskampf zwischen den Fluggesellschaften weiter positiv auf die Kosten der Kunden auswirke. Dies vor allem für Fernstrecken, auf denen Überkapazitäten herrschten, aber auch für die Kanarischen Inseln, was die Nachfrage dorthin zusätzlich anheize.