Text: Artur K. Vogel

Die Gäste waren schon immer ebenso exklusiv wie das Haus – und wie einige seiner Angestellten. Vico Torriani machte im Grandhotel Belvédère in Davos eine Kellnerlehre, bevor er in den 1950er- und 1960er-Jahren als Schlagersänger und Entertainer populär wurde. Der Roman «Der Zauberlehrling» des deutschen Schriftstellers Erich Kästner spielt hier, und Maurice Chevalier, der französische Chansonnier, trat hier auf. Sir Arthur Conan Doyle, der Erfinder des Sherlock Holmes, verbrachte im Belvédère mehrmals seine Ferien. Und einer der wichtigsten expressionistischen Maler, Ernst Ludwig Kirchner, stellte im Hotel seine Werke aus. Heute ist ihm in Davos, vis-à-vis des Belvédère, ein ganzes Museum gewidmet.

1875 war das Belvédère, an bester Aussichtslage eröffnet worden, als elegantes Haus mit 30 Zimmern und mit vorwiegend englischen Gästen. Im Lauf der Jahre wurde daraus ein Hotelpalast im Stil des Fin de Siècle mit heute 96 Zimmern, 30 gediegenen Suiten und einer 140 Meter langen Fassade – der „grösste Palastbau der alpinen Hotelgeschichte“. Das jedenfalls schreibt der österreichische Hotelkenner und Autor Andreas Augustin, der letztes Jahr das reich illustrierte Buch „Grandhotel Belvédère & Davos“ veröffentlichte.

Das Steigenberger Belvédère ist seit jeher ein gesellschaftlicher Treffpunkt, wo man durchaus auch Promis treffen kann. Zum Beispiel im Indoor-Pool, im Spa-Bereich mit seinen Saunas, dem Whirlpool, dem Dampfbad und dem Fitnessraum oder an der neu gestalteten Bar mit dem Originalbild des Bündner Malers Alois Carigiet an der Decke. Das gilt erst recht während jener Woche im Januar, in welcher das WEF in Davos tagt. Wer von der WEF-Organisation ein Zimmer im Belvédère zugeteilt bekommt, gehört zu den Mächtigsten der Welt: Nur Staatspräsidenten schlafen dann hier und die weltweit wichtigsten Wirtschaftsleute. Und die Partys, die im Belvédère geschmissen werden, sind legendär. „Zu unseren 100 Angestellten kommen während dem WEF nochmals 200 hinzu“, sagt Steigenbergers Area General Manager Thomas Kleber. Das Hotel muss dann durch eine Sicherheitsschleuse betreten werden.

Wer ausserhalb der WEF-Woche im Steigenberger Belvédère absteigt, kann also sicher sein, dass in seinem Bett schon Leute wie Bill Gates, Angelina Jolie oder Bill Clinton geschlafen haben. Aufmerksamkeit und Zuvorkommenheit des Personals sind allerdings so ausgeprägt, dass sich auch ein ganz unscheinbarer Zeitgenosse behandelt fühlt wie der wichtigste VIP. Die Bedienung im lichtdurchfluteten Bistro Voilà ist überaus freundlich, wo neben dem üblichen Hotelfood wie Club Sandwich auch raffiniertere Menüs offeriert werden. Das Hauptrestaurant Belvédère wird im kommenden Herbst, während der jährlichen Schliessung des Hotels, komplett umgebaut, wie Direktor Kleber verrät. Und im Winter gibt es auch noch das Restaurant Romeo und Julia. Dabei handelt es sich, wie der Name nicht erahnen lässt, um ein rustikales Lokal, in welchem Schweizer Land- und Bergküche zelebriert wird, unter anderem natürlich das unumgängliche Käsefondue.

Mehr Infos:
www.davos.steigenberger.ch
BEWERTUNGEN
Anzahl Bewertungen auf Tripadvisor.ch: 499
Davon «ausgezeichnet»: 280
Davon «sehr gut»: 156

Morgens die frische Bergluft einatmen und entspannte Stunden auf der sonnigen Hotelterrasse des Steigenberger Grandhotel Belvedere geniessen: Die «Spätsommer Pauschale» beinhaltet einen Aufenthalt für zwei Nächte für zwei Personen mit Frühstück, dazu einem 3-Gang-Menu am ersten Abend (exkl. Getränke) und Zugang zum Wellnessbereich. Preis pauschal ab 520 Franken. Nur direkt buchbar.