Der Blick in die Reisebüro-Schaufenster und der Klick durch die Websites der Schweizer Reiseveranstalter zeigt derzeit eine Flut von Sonderangeboten. Für Abflüge im März türmen sich die reduzierten Badeferien-Schnäppchen regelrecht.

Mehrere Ingredienzen kommen zurzeit zusammen: Die Reiseveranstalter haben wegen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses die Badeferien-Preise im Durchschnitt um 15 Prozent gesenkt. Zwischen Sportferien und Ostertagen ist die Nachfrage traditionell geringer. Tunesien und vor allem Ägypten melden sich zurück als Strandziele und vergrössern das Gesamtangebot. Der tiefe Ölpreis drückt auf die Flugpreise. Und die Nachfrage aus Deutschland – wegen der Schwäche des Euros – ist geringer als sonst, was die Verfügbarkeit von Hotelbetten verbessert. Das betrifft vor allem die Türkei, wo russische Touristen ausbleiben.

Für 335 Franken gehts am 12. März mit Helvetictours für eine Woche ans Rote Meer inklusive dem Aufenthalt im Viersterne-Hotel samt Transfer und Frühstück. Nicht nur im Hause Kuoni wird derzeit der Rotstift häufig eingesetzt, auch bei Hotelplan sind etliche Tiefpreise für Abflüge Richtung Ägypten auszumachen: Bei Migros Ferien kostet eine All-inclusive-Woche im Viersterne-Hotel Tropitel in Sharm-el-Sheikh gerade mal 430 Franken.

Ägypten versucht sich nach der Aufhebung der Reisewarnungen wieder in Richtung der Rekordzahlen aus dem Jahr 2010 zu bewegen. Das Bemühen um Touristen wirkt sich nun in Tiefpreisen aus. Das aktuelle Preisniveau liegt auf einem bis zu 30 Prozent tieferen Niveau.

Traditionell nahe am ägyptischen Preisniveau bewegen sich die Strandziele und All-inclusive-Hotels der Südtürkei und der türkischen Ägäis. Beim Spezialisten Bentour gibt es das ViersterneHotel Paloma Pasha Resort in Özdere für 498 Franken mit Abflug am 1. März.

Für dieselbe Handvoll Franken kann man im März auf die Kanarischen Inseln fliegen und in einem Appartement Unterschlupf finden – meist ohne inkludierte Mahlzeiten. 445 Franken kosten der Flug und das Las-Dunas-Appartement auf Gran Canaria bei Helvetictours. Neckermann Reisen bietet den Club Oasis Lanz auf Lanzarote sogar für 391 Franken an. Und TUI Suisse bietet auf Teneriffa das Hotel Marte für 533 Franken samt Frühstück an. Die Ausgaben fürs Abendessen oder Wasserparks haben sich mit dem billigen Euro ja ebenfalls deutlich reduziert.

Weitere Frühlingsziele in Südeuropa mit Tiefpreisen sind Zypern, Malta und die Algarve. Auch in Tunesien zeichnet sich nach dreijähriger Krise und Durststrecke wieder eine langsame Erholung ab, heisst es zumindest seitens der Reiseveranstalter. Eine Woche im Hotel Dar Sofiane auf Djerba kostet bei FTI 458 Franken.

Die Balearen und die griechischen Inseln liegen vorerst noch im Fokus von Wanderern. Ab April und Mai halten die Charter-Airlines Einzug. Die neue Hotelplan-Airline Holiday Jet bedient Kreta ab dem 3. Mai, Kos ab dem 9. Mai und Zakynthos ab dem 2. Juni. Nach einem reduzierten Flugangebot im Winter gehts Richtung Mallorca ab April mit täglichen Charterflügen wieder los. Ab dann werden auch Apulien und Sardinien wieder häufiger angeflogen.

Deutliche Preisnachlässe sind derzeit auch auf den Langstrecken auszumachen, angefacht von den tiefen Flugtarifen von Emirates, Singapore Airlines oder Qatar Airways. Eine Woche im Viersterne-Hotel Andaman Seaview kostet bei Hotelplan 869 Franken mit Abflug am 2. März. Bei Ebookers kostet der Flug am 22. März nach Phuket und der einwöchige Aufenthalt im Blue Marine Resort 995 Franken. Und auf Travel.ch sind zahlreiche Sonderangebote in Dubai auszumachen – eine Woche für 859 Franken. Auf Lastminute.ch ist auch Kenia hoch im Kurs: Eine Woche All-inclusive im Kenya Bay Beach in der Nähe von Mombasa kostet 982 Franken. Weitere Tiefpreis-Ziele sind Oman und die Dominikanische Republik. Vergleichsweise wenige Tiefpreise sind für Florida zu finden. Und traditionell deutlich höher liegen die Preise für Traumferien in Mauritius und auf den Malediven.

Sind die März-Angebote für Reiseveranstalter alles andere als Renditeperlen, treffen nun aber auch schon zahlreiche Buchungen für die Sommerferien ein. Griechenland, die Balearen und Zypern liegen gemäss Kuoni im Plus gegenüber dem Vorjahr. Zurückhaltung ist bei Buchungen für die Türkei, Italien und Afrika auszumachen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper