Der nächste Ferientrip beginnt im Reisebüro – und immer häufiger in einer Suchmaschine. Die Reiseveranstalter sind gefordert, im Suchmaschinen-Ranking vorne aufzutauchen, wollen sie bei der Ferienbuchung berücksichtigt werden.

Seit dieser Woche aber hat Google den Suchalgorithmus neu definiert. Umständliche Desktop-Websites werden abgestraft und verlieren Ranglistenplätze. Websites, die für mobile Geräte optimiert sind, erhalten nun eine viel bessere Rangierung.

Sind die Schweizer Reiseveranstalter fürs neue Mobile-Zeitalter gerüstet? Bei der Google-Suche nach «Ferien Kreta» zeigt sich: Die führenden Veranstalter Hotelplan, Kuoni und Tui tauchen auf den ersten vier Positionen auf. Bei der Sucheingabe «Reisen Florida» sind sie in den ersten sechs Rängen zu finden, bei «Badeferien Gran Canaria» in den ersten zehn Plätzen. Die Hausaufgaben, ebenfalls mit einer mobile-optimierten Website aufzuwarten, sind fürs Erste gemacht.

Seit Mitte Februar wartet Hotelplan mit einer neuen Mobile-Website auf. Dabei mussten die umfangreichen Inhalte und Rubriken verschlankt werden für den kleinen Bildschirm eines Smartphones. Das gelingt überraschend gut. Die Suche nach einem Badeferien-Hotel in Griechenland führt schnell ans Ziel, die nötigen Infos zu Ausstattung, Lage, Preis und Verfügbarkeit sind einfach abrufbar. «In den letzten zwei Monaten verzeichneten wir 60 000 Besuche auf der Mobile-Website, das sind 17 Prozent des gesamten Traffics», sagt Prisca Huguenin von Hotelplan.

Für die Sondierung von Sonderangeboten eignet sich die mobile Website dank Voreinstellungen, Scroll- und Dropdown-Funktionen. Favorisierte Angebote lassen sich auf einer Merkliste abspeichern. Doch für die Buchung und die detaillierte Eingabe persönlicher Daten ist das Smartphone kaum geeignet wegen der Mini-Bildschirmtastatur.

Kuoni schaltete 2012 eine erste mobile Version der Website auf: «Konsumenten suchen via Smartphone vor allem einfach buchbare Badeferien-Pauschalreisen», sagt Peter Brun von Kuoni, «die Buchungen erfolgen dann übers Reisebüro oder via Desktop.» Getestet wird bei Kuoni derzeit eine neue Version.

Im Juni will auch TUI Suisse mit einer neuen, «fully responsive» Website aufwarten, die sich den verschiedenen Bildschirmgrössen anpasst. Die aktuelle Version ist seit Januar 2014 aufgeschaltet. E-Commerce-Chef Erich Mühlemann ist mit den Besucherzahlen zufrieden, wenngleich die deutlich unter jenen der Desktop-Seite figurieren.

Schon weiter ist die Swiss – die Ausgangslage, nur Flüge anzubieten, ist gegenüber Reiseveranstaltern aber auch einfacher, die neben Flügen auch Hotels und Pauschalangebote auf den Mini-Bildschirm pferchen müssen. Seit März 2013 präsentiert der National Carrier die Mobile-Website im Responsive Design, alle Funktionalitäten sind auf dem Smartphone nutzbar. Swiss-Sprecher Mehdi Guenin sagt: «Über 20 Prozent des Traffic kommt von Smartphones, der Anteil steigt kontinuierlich. Mobile Nutzer suchen mehrheitlich nach Informationen zum Flughafen oder zu aktuellen Angeboten.» Zudem würden spezielle Services wie das Check-in stark mobil genutzt. Wohin der Trend bei der Nutzung von Smartphones geht, verdeutlichen die weiteren Bemühungen der Swiss. «Wir verfolgen das Ziel, mit der App und Website einen persönlichen Reisebegleiter zu entwickeln», sagt Guenin.

Tui Suisse ist in diesem Punkt voraus. Vor einem Jahr wurde die App «Meine Tui» lanciert. Wer bei Tui gebucht hat, kann auf der App alle Infos zur bevorstehenden Reise abrufen, von der Hotelbeschreibung über Abflugzeiten bis zu Gepäckbestimmungen. Die App ist auch während der Reise nützlich, mit der Möglichkeit Ausflüge zu buchen, dem Kontakt zur Reiseleitung oder der Info, dass in zehn Minuten der Transferbus vorfährt. «5500 Registrierungen haben wir bisher verzeichnet», sagt Erich Mühleman, das sei zwar noch nicht sehr viel, doch das Tool sei sehr nützlich, künftig umso mehr – angereichert etwa durch Gästebefragungen.

Im Herbst wird auch Hotelplan mit einer App herauskommen, die der Gast vor und während der Reise nutzen kann. Bei der Wahl von Hotels berücksichtigt Hotelplan nur noch solche mit WLAN – schliesslich sollen die neuen Dienste auch genutzt werden können.

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