Interview: Robert Wildi

Karim Rashid, wie gefällt Ihnen Bern?
Als New Yorker bin ich von der Beschaulichkeit Berns fasziniert. Ich befand mich fast wie in einer anderen Welt. Sensationell und faszinierend ist der Blick aus etwas Entfernung auf die über 800-jährige Altstadt. Ein echtes Bijou und zu Recht auch Unesco-Welterbe.

Passt da ein Economy-Designhotel wie prizeotel ins Bild?
Natürlich, die Umgebung bestimmt nie, ob ein Hotel zu ihr passt oder nicht. Vielmehr ist es Aufgabe des Hotels, sich und sein Design der Umgebung und bestimmten lokalen Gegebenheiten ein stückweit. Um dies herauszufinden, bin ich hergekommen und habe mir Bern und den künftigen prizeotel-Standort sehr genau angeschaut.

Es geht Ihnen aber nicht darum, im prizeotel die Berner Tradition abzubilden?
Nein gar nicht. Ich bin ganz generell der Meinung, dass Interieur-Designs niemals irgendeine Historie künstlich abbilden sollten. Das grenzt für mich an Kitsch. Ich orientiere mich bei meinen Designarbeiten immer auf das hier und jetzt. Ich möchte Transparenz herstellen, etwas Neues kreieren, statt Bestehendes zu kopieren. Das wird auch im prizeotel in Bern so der Fall sein. Trotzdem muss das Design zum Standort Bern passen.

Das prizeotel in Bern wird also vom optischen Aufritt nicht vergleichbar sein mit den prizeotels in Hamburg, Bremen oder Hannover?
Nein es wird seinen ganz eigenen Charme und seine eigene Seele bekommen. Natürlich soll man erkennen, dass es sich um prizeotel handelt, für bestimmte Standards steht die Marke ja auch. Aber die individuelle Note wird der Gast in Bern deutlich merken. Das hat auch mit dem Gebäude an sich zu tun. Das prizeotel wird in einem alten Postgebäude mit Baujahr um 1970 entstehen. Diesen Geist wird man im Hotel spüren. Aber nicht mit billigen Kopien. Am Ende zählen für den Gast die Erlebnisse in einem Hotel, nicht der materielle Luxus.

Würden Sie gerne noch weitere prizeotels in der Schweiz innenausstatten?
Natürlich würde ich das sehr gern (lacht). Allerdings ist das Management der Kette für diesen Part zuständig. Sofern eine Expansion in der Schweiz zustande kommt, freue ich mich bereits, weitere Städte zu besuchen und neue Ideen zu kreieren.

www.karimrashid.com
prizeotel wurde im Jahr 2008 unter anderem vom deutschen Hotelier Marco Nussbaum gegründet. Das Unternehmen positioniert sich als Budget-Design-Hotelkette und führt gegenwärtig drei Betriebe mit insgesamt 555 Zimmern an zentralsten Lagen in Hamburg, Bremen und Hannover. Neben Deutschland, Österreich und den Benelux-Ländern gehört auch die Schweiz zu den primären Zielmärkten für die kurz- und mittelfristige Weiterentwicklung der Marke. In Bern wird 2019 das erste Prizeotel eröffnet. 2016 hat die Rezidor Hotel Group 49 Prozent des Aktienkapitals von Prizeotel erworben und mit der Neueröffnung in Bern ist das erste gemeinsame Projekt aus dem Joint-Venture geschaffen.

www.prizeotel.com