Es gab auch kritische Stimmen, als sich die Solothurner Spitäler dazu entschieden, am Standort Solothurn ein Herzkatheterlabor zu betreiben. Sei das wirklich nötig, wo es doch in Bern und Aarau bereits solche Labors gebe? Fünf Jahre und rund 3000 erfolgreiche Behandlungen später muss man sagen: Ja, es war unbedingt nötig! Denn bei einem Herzinfarkt ist die Zeit einer der wichtigsten Faktoren der Behandlung und sie entscheidet darüber, ob der Patient beschwerdefrei weiterleben kann oder nicht.

Was wird in einem Herzkatheterlabor gemacht? Ein Eingriff in einem Herzkatheterlabor erfolgt mit lokaler Anästhesie bei Bewusstsein des Patienten. Über ein Blutgefäss an der Leiste oder dem Arm wird ein Katheter – ein sehr dünner und biegsamer Schlauch – eingeführt. Dank eines drehbaren Röntgenapparates sieht der Kardiologe nun, wo die verengte Stelle im Herzkranzgefäss ist, und kann sie mit einem kleinen Ballon an der Spitze des Katheters öffnen (Ballondilatation). Damit sich das Blutgefäss nicht wieder verschliesst, wird meistens ein Stent, ein kleines Metallgeflecht, ins Blutgefäss eingelegt, welches die Herzkranzarterie offen hält.

Notfallbehandlungen bei Herzinfarkten werden in den Herzkatheterlabors der Solothurner Spitäler rund um die Uhr durch ein erfahrenes und kompetentes Team durchgeführt. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, der Notfallstation und der Intensivstation nötig. Ausserhalb dieser Notfallbehandlungen dienen die beiden Einrichtungen aber für zahlreiche weitere Untersuchungen und Behandlungen von Herzkrankheiten, so zum Beispiel bei Herzrhythmusstörungen oder für die Implantation von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren.

So wird ein Stent eingelegt

So wird ein Stent eingelegt

Öffentlicher Vortrag
Was tun, wenn das Herz schmerzt?

Referate von

Prof. Dr. med. et phil. nat. Rolf Vogel, Chefarzt Kardiologie Solothurner Spitäler

Dr. med. Gerrit Hellige, Leitender Arzt Kardiologie Solothurner Spitäler

PD Dr. med. Oliver Reuthebuch, stv. Chefarzt Herzchirurgie Universitätsspital Basel

Dienstag | 20. Juni 2017 | 19 bis 20.30 Uhr

Altes Spital | Oberer Winkel 2 | Solothurn Eintritt frei, anschliessend Apéro