25 Prozent liessen sich seit Anfang Jahr mit Aktien der Actelion verdienen. Wer jedoch Papiere der Swiss RE hielt, musste im selben Zeitraum einen Verlust von rund drei Prozent hinnehmen. Leider gelingt es aber nur selten, die jeweils zukünftigen Gewinner und Verlierer mit der notwendigen Regelmässigkeit zu identifizieren, um eine Mehrrendite gegenüber dem Gesamtmarkt zu erzielen. Dasselbe gilt auch auf Stufe Anlagekategorien. Kaum jemand hat die wilden Ausschläge der Aktienmärkte der letzten Jahre präzise prognostiziert, den scharfen Rückgang der Rohstoffpreise seit 2014 korrekt vorausgesagt oder die weltweit tiefe Zinslandschaft historischen Ausmasses antizipiert.

Definition Anlagestrategie

Da der Prognosefähigkeit der einzelnen Marktteilnehmer enge Grenzen gesetzt sind, lohnt es sich als Kapitalanleger nicht, allzu viel Zeit und Energie für das Thema Titelselektion oder Timing zu investieren. Viel wichtiger ist die Bestimmung der korrekten Anlagestrategie. Von ihr werden nämlich fast 90 Prozent der künftig erzielten Rendite abhängen, Einzeltitelüberlegungen und Umschichtungsmanöver spielen lediglich eine untergeordnete Rolle. Je nach Anlegertyp gelangen für die Strategiefindung verschiedene Prozesse zur Anwendung. Bei Privatpersonen wird in der Regel ein Anlageprofil erstellt, aus welchem die Anlagestrategie direkt ermittelt wird. Bei Pensionskassen sollte die Anlagestrategie im Wesentlichen von technischen Parametern, welche Aufschluss über die Risikofähigkeit geben, sowie zu einem geringeren Teil von der Risikotoleranz der verantwortlichen Organe abgeleitet werden. Die Begriffe Risikofähigkeit und Risikotoleranz sagen es: Die Anlagestrategie wird im ersten Schritt auf der horizontalen Risikoachse des Anlageuniversums ermittelt, wobei der kleinere der beiden Werte massgebend ist. Ist die Risikotoleranz zum Beispiel zehn Prozent, aber die Risikofähigkeit lediglich sechs Prozent, sind die sechs Prozent ausschlaggebend. Das Risiko berechnet sich aus der Standardabweichung der vergangenen Renditen, das heisst deren Schwankungsbreite. Nach der Ermittlung der zulässigen Risikogrösse geht es in einem zweiten Schritt darum, auf der Vertikalachse eine möglichst optimale Renditeposition einzunehmen, was mittels den einzelnen Gewichtungen der Anlagekategorien wie Aktien, Obligationen, Immobilien etc. erreicht wird.

Nach Erledigung der wichtigsten Herausforderung Strategiefindung stellt sich als zweite Hauptaufgabe die Frage nach der Umsetzung der Anlagestrategie. Je nach Anlegertyp, Vermögensgrösse und individuellen Kenntnissen führen verschiedene Wege nach Rom. Neben der Eigenverwaltung mittels Direktanlagen kann man die Umsetzung mittels kollektiver Anlageinstrumente vornehmen oder an professionelle Vermögensverwalter via Verwaltungsmandat delegieren.

Zum Autor

Roberto Cervi ist Kundenbetreuer Private Banking bei der Aargauischen Kantonalbank Olten.

Roberto Cervi ist Kundenbetreuer Private Banking bei der Aargauischen Kantonalbank Olten.

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