Herr Gmür, weshalb engagieren sich die Schweizer Jugendherbergen für die Behinderten?
Weil wir es als eine Selbstverständlichkeit betrachten, dass Menschen mit Behinderungen das Recht auf tolle und unbeschwerte Ferien in einer für sie hindernisfreien Umgebung verbringen können.

Wie viele Schweizer Jugendherbergen sind denn heute bereits «hindernisfrei»?
Heute sind 27 der total 52 Jugendherbergen hindernisfrei, wovon 19 geeignete und 8 bedingt geeignete. Bei diversen bestehenden Betrieben wurden in der Vergangenheit entsprechende Verbesserungen vorgenommen. Und bei den jüngeren Neubauten wurde die Architektur bereits von Beginn weg auf dieses Ziel ausgerichtet. Denn an einem durchgängigen Konzept für hindernisfreie Jugendherbergen arbeiten wir bereits seit 2008 intensiv. Also bereits vor dem gemeinsamen Projekt mit der Stiftung «Denk an mich».

Werden 2014 noch mehr Jugendherbergen hindernisfrei sein?
Ja, die Zahl wird sich im kommenden Jahr auf 31 Betriebe erhöhen, womit wir bei 58 % des gesamten Portfolios angelangt wären. Die Quote wird schrittweise weiter steigen. Wo es möglich und machbar ist, werden wir Hindernisse abbauen.

Welche weiteren Aktivitäten sind Bestandteil des Projekts?
Diese sind vielfältig. Unser Ziel ist es, integrierte Ferienangebote für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, die über den Bereich der Hardware hinausgehen. Es geht uns also nicht nur um Lifte, Rampen und breite Türen. Auch der Umgang mit diesen Menschen soll authentisch und ungezwungen sein. Dafür braucht es intensive Schulungen der Mitarbeitenden sowie eine offene, transparente Informationspolitik.

Versprechen Sie sich von diesem Engagement auch insgesamt einen Wettbewerbsvorteil für die Schweizer Jugendherbergen?
Nein, der kommerzielle Aspekt ist in dieser Angelegenheit absolut nebensächlich. Stattdessen geht es uns darum, ein wirksames Zeichen zu setzen und den gesamten Schweizer Tourismus zu animieren, neue hindernisfreie Ferienangebote zu kreieren. Es geht uns und mir persönlich also um übergeordnete Interessen. Wir haben die Vision einer hindernisfreien Ferienschweiz.