Er ist politischer Beirat des Schweizerischen Verbands Network Marketing, gibt dieses Mandat im Register der Interessenbindungen aber nicht an. Dabei ist das Parlamentsgesetz zu den Offenlegungspflichten eindeutig: «Tätigkeiten in Führungs- und Aufsichtsgremien sowie Beiräten und ähnlichen Gremien (…) sind den Parlamentsdiensten zu melden.» Zuppiger wollte sich trotz mehrfacher Nachfrage dazu nicht äussern.

Das Mandat ist pikant: Zuppiger vertritt damit ein Sammelsurium von aggressiv auftretenden Produktelinien im Kosmetik- und Wellnessbereich. Dazu gehören Forever, Life Plus oder PM. «Es iegen uns Reklamationen zu den drei Produkten vor, die auch von Mitgliedern dieses Verbands vertrieben werden», bestätigt die Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, Sara Stalder, gegenüber dem «Sonntag»: «Es geht dabei um falsche Versprechungen, überteuerte Preise und Verträge, aus denen kaum ausgestiegen werden kann.»

Eine Forever-Verkäuferin erweckt auf ihrer Website gar den Eindruck, die letztjährige Bundespräsidentin Doris Leuthard fördere die Provisionsmöglichkeiten von Aloe-Vera-Produkten. Zuppiger stand dem Verband ursprünglich vor und ist noch heute Ehrenpräsident.

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