VON OTHMAR VON MATT UND CHRISTOF MOSER

Die SVP muss sich wahrscheinlich auch nach den Wahlen 2011 gedulden, bis sie einen zweiten Bundesratssitz erhält. Das lassen die Präsidenten der drei anderen bürgerlichen Parteien immer deutlicher durchblicken. FDP, CVP und BDP zweifeln an der Regierungsfähigkeit der SVP.

«Um wieder Regierungspartei werden zu können, muss die SVP zuerst ein paar Hausaufgaben machen», sagt BDP-Präsident Hans Grunder, der seine Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf über 2011 hinaus retten will. Auch FDP-Präsident Fulvio Pelli sagt: «Die Zauberformel bedeutet, dass man zusammenarbeitet. Die SVP dieser Legislatur kennt das Wort ‹zusammen› aber nicht.»

In der FDP ist der Widerstand gegen einen zweiten SVP-Bundesratssitz nach der Nichtwahl von Karin Keller-Sutter gestiegen. Die Ostschweizer sind über die fehlende Unterstützung für die FDP-Kandidatin verärgert. «Ich bin sauer, enttäuscht und ernüchtert», sagt FDP-Nationalrat Werner Messmer. «Weshalb sollen wir uns an die Konkordanz halten, wenn es die SVP auch nicht tut?»

Auch CVP-Chef Christophe Darbellay will von einer Abwahl von Widmer-Schlumpf nichts wissen und sagt: «Funktioniert das alte System nicht mehr gut, muss man etwas Neues erfinden. Wir wollen eine funktionierende Schweiz dank einer funktionierenden Regierung.»

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