VON NADJA PASTEGA

Er weiss, wie es sich anfühlt, wenn die eigenen Kinder zu Opfern werden: Der Sohn von FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger wurde im Oktober brutal zusammengeschlagen – grundlos, aus dem Nichts. Von Tätern, die er nicht kennt.

«Heute reicht es schon, wenn man jemanden falsch anschaut oder zur falschen Zeit am falschen Ort ist», sagt Leutenegger: «Auf der Strasse herrscht das Hau-den-Lukas-Motto.»

Das will Leutenegger nicht länger hinnehmen. Mit einem parlamentarischen Vorstoss will er die Videoüberwachung von öffentlichen Risikozonen ermöglichen, um brutale Prügler zu stoppen. «Bei Schlägereien im Ausgang handelt es sich oft nicht um Beziehungsdelikte, sondern um willkürliche Angriffe auf Opfer, die der Täter nicht einmal kennt», sagt Leutenegger. In diesen Fällen sei es schwierig, die Schläger zu ermitteln. «Man hat meist nur eine Chance auf einen Fahndungserfolg, wenn es Aufnahmen der Täter gibt.»

Darum fordert Leutenegger jetzt mehr Videokameras an neuralgischen Punkten, zum Beispiel in der Nähe von Discos und Klubs. «Ich werde in der nächsten Session eine entsprechende Motion einreichen», sagt Leutenegger. Damit will er die gesetzlichen Grundlagen für eine verstärkte Videoüberwachung schaffen: «Es darf nicht sein, dass der Datenschutz zum Täterschutz wird.»

Nachdem die Gewalt-Attacke auf seinen Sohn publik wurde, habe er viele Zuschriften von Eltern bekommen, deren Kinder auch grundlos zusammengeschlagen wurden: «Die Vorfälle sind unglaublich und reichen bis zu Verfolgungsjagden im Auto», weiss Leutenegger.

Bei den drei Schlägern von Kreuzlingen, die im letzten Mai in der Bahnhofunterführung brutal auf zwei junge Männer eindroschen, führten Aufnahmen aus einer SBB-Videokamera rasch zur Ermittlung der Täter.

Für die Gewaltorgie auf einen 16-Jährigen, der in der Silvesternacht mitten in Zürich von unbekannten Jugendlichen spitalreif geprügelt wurde, gibt es keine Videoaufnahmen – von den Tätern fehlt bisher jede Spur.

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