VON OTHMAR VON MATT UND FLORENCE VUICHARD

Er sei «positiv überrascht», sagt SP-Präsident Christian Levrat gegen Ende des «Sonntag»-Streitgesprächs über die Sozialwerke mit Fulvio Pelli. Levrat: «Mich freut die Offenheit der FDP, über die Systemfragen zu diskutieren. Das ist vielversprechend für die Zukunft.»

Es war das erste ausführliche inhaltliche Gespräch zwischen einem SP- und einem FDP-Präsidenten in den letzten Jahren. Und es ist brisant, weil die Zukunft der Sozialwerke das inhaltlich entscheidende Thema für die Bundesratswahlen vom 16. September ist.

SP und FDP hätten «leider in den letzten Jahren nicht mehr» ernsthaft zusammen gesprochen, räumt Pelli ein. Aber eigentlich sei die Schweiz dann «am erfolgreichsten gewesen, wenn die SP und die FDP zusammen gestritten – und dann zusammen politisiert haben». Pelli: «Auch über die Sozialversicherungen haben wir in den letzten Jahren nie mehr gesprochen. Dabei waren es FDP und SP, welche unsere heutigen Sozialwerke zusammen geschaffen haben.»

Einig wurden sich Levrat und Pelli, dass bei den Sozialwerken etwas gehen muss. Levrat plädiert für eine «grosse Reform». Und Pelli betont, es lohne sich, «das Problem neu anzugehen und den Erwerbsverlust ins Zentrum zu stellen». Aber damit eine solche Grundsatzdebatte «überhaupt möglich wird», sagt er, «müssen wir zuerst ein Inventar der Probleme machen und eine Analyse der Finanzierungssysteme erstellen».

Grossen Reformen gegenüber ist Pelli skeptisch: «Wir können nicht elf Versicherungen fusionieren – vielleicht schaffen wir es, zwei oder drei Sozialversicherungen zusammenzulegen. Das wäre ein erster Schritt.» Levrats Entgegnung: «Das wäre schon ein Riesenschritt.» >

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