VON OTHMAR VON MATT UND CHRISTOF MOSER

Die Indizien begannen sich in den letzten Wochen zu häufen. Am 8. Juni hatten die Kantone Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis beschlossen, ihren als Verein organisierten Wirt-schaftsraum Espace Mittelland aufzulösen. Und am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass die Volkswirt-schaftsdirektorenkonferenz den Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher in ihren sechsköpfigen Vorstand wählt – als Vertreter der Westschweiz, vorgeschlagen von den Westschweizer Volkswirtschaftsdirektoren.

Ein deutschsprachiger Berner, der die Romandie in einem nationalen Gremium vertritt? In einer Zeit, in der um den Freiburger Ständerat und potenziellen Bundesratskandidaten Urs Schwaller ein Sprachenstreit tobt, der klären soll: Ist er Romand oder Deutschschweizer?

«Sonntag»-Recherchen zeigen: Hinter diesen Bewegungen, die es bisher in den Zeitungen nur in die Randspalten geschafft haben, verbirgt sich ein spektakulärer Seiten-wechsel: Der Kanton Bern wendet sich wirtschaftlich von Zürich ab – und richtet sich auf die Westschweiz aus. Zwischen Bern und Genf soll ein neuer Wirtschaftsraum entstehen, ein Zusammenschluss der Kantone Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg, Wallis und Bern.

Die Details über Berns Abkehr von der Deutschschweiz wollen die sechs beteiligten Kantone am 2. Juli bekannt geben. Noch ist eigentlich alles streng geheim, doch der Genfer Regierungspräsident Pierre-François Unger, der auch Präsident der Westschweizer Volkswirtschaftsdirektoren-konferenz (CDEP-SO) ist, bestätigt: «Das Wirtschaftsprojekt Genf/Lausanne/Bern wird seit eineinhalb Jahren voran-getrieben.»

Die Arbeiten seien fortgeschritten, aber noch nicht beendet: «Die Schlussvereinbarung ist noch nicht unterschrieben und die Kantonsregierungen haben sie noch nicht abgesegnet.»

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