Von Stefan Ehrbar, Othmar Von Matt, Alan Cassidy und Christof Moser

Seit Februar steht die SVP-Masseneinwanderungsinitiative in der Verfassung. Doch die Immigration hat sich seither beschleunigt, und zwar deutlich: Im März, dem ersten Monat nach dem Volksvotum, stieg die Nettozuwanderung in die Schweiz um 14 Prozent, verglichen mit dem Vorjahresmonat. 5546 Personen wanderten ein. In den beiden Monaten davor war sie noch leicht rückläufig gewesen. Das zeigen neue Zahlen des Bundes. Setzt sich der März-Trend fort, könnte 2014 zu einem Einwanderungs-Rekordjahr werden.

Ein besonders deutliches Plus von 76 Prozent zeichnet sich in der Gruppe der EU-8 mit Ländern wie Lettland, Tschechien und Ungarn ab. Marginal bleibt die Zuwanderung aus den neuen EU-Staaten Bulgarien und Rumänien.

Kontingente hat der Bund noch nicht festgelegt. FDP-Präsident Philipp Müller befürchtet, dass die Einwanderung mit einem Kontingentssystem sogar ansteigen werde. «Wenn ich zusammenzähle, welchen Bedarf die Branchen anmelden, komme ich mittlerweile auf mindestens 120 000», sagt er. Er nennt die Masseneinwanderungsinitiative bereits «Masseneinwanderungs-Förderungsinitiative».

Das Verhältnis der Schweiz zur EU bleibt nicht nur wegen der Zuwanderungsfrage angespannt. Heute wählen die EU-Bürger ein neues Parlament. Wenn wie erwartet Anti-EU-Parteien zulegen, dürfte die EU den Spielraum für «Sonderlösungen» verengen.

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