Fast drei Jahre nach seinem Herz-Kreislauf-Stillstand geht es Hans-Rudolf Merz wieder blendend. Am vergangenen Samstag startete er zu einer grossen Bergtour: Von der Diavolezza aus stieg der 68-jährige Ex-Finanzminister auf den Piz Palü, den 3900 Meter hohen Gipfel in der Berninagruppe im Grenzgebiet Schweiz/Italien. Er bestand mit Bravour.

Für einmal legt «Der Sonntag» die Quelle seiner Information offen: Der ehemalige Ständerat Otto Schoch (FDP/AR) – dem Merz 1997 ins Stöckli nachfolgte – meldete sich gestern telefonisch. «Die Medien haben leider viel Negatives über Hans-Rudolf Merz geschrieben, und das ist doch jetzt mal eine gute Nachricht! Sie zeigt, dass die Herz-Geschichte ad acta gelegt werden kann.»

Wie es sich für eine seriöse Zeitung gehört, brauchen wir eine zweite Quelle. Und da Merz selber nicht erreichbar war, spürten wir seinen Bergführer auf, Berni Hauser aus Pontresina GR. Der bestätigt alles und bezeichnet Merz sogar als «Gipfelstürmer».

In einem E-Mail berichtet Hauser: «Herr Merz hatte den Wunsch, den Piz Palü zu besteigen. Seine Fitness sei gut, und wenn dies seine Freunde und Kollegen schaffen, sollte dies für ihn auch machbar sein», schreibt er. «Also ging es hoch zur Diavolezza, wo ich den sichtlich motivierten und mit Witz bestückten H.R.M. empfing!» Morgens um 4 Uhr sei man gestartet. «Die steileren Passagen wurden von Herrn Merz etwa mal zügig auf dem ‹Hosenboden› zurückgelegt.» Müde, aber glücklich hätten sie dann wieder den Ausgangspunkt (Diavolezza) erreicht.

«Der Sonntag» gratuliert zu dieser Meisterleistung. Einzig für das Gerücht, Merz habe auf dem Gipfel beim Bündnerfleisch-Verzehr einen Lachanfall gehabt, erhielten wir keine Bestätigung.

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