VON PATRIK MÜLLER UND FLORENCE VUICHARD

Preisüberwacher Stefan Meierhans ist gefragt: Er hat im ersten Halbjahr 2009 nicht weniger als 1535 Bürgermeldungen erhalten. Damit habe sich die Zahl der Beschwerden im Vergleich zur Vorjahresperiode verdoppelt, sagt Stefan Meierhans im Interview.

Meierhans, der als Nachfolger von Rudolf Strahm seit neun Monaten im Amt ist, führt die Beschwerdeflut darauf zurück, dass die Menschen in einer Wirtschaftskrise mehr auf die Preise achten. «In der Hochkonjunktur haben viele Konsumenten und Unternehmen gewisse Rechnungen wie die Wasser- oder Entsorgungs-Rechnungen gar nie richtig angeschaut. Das hat sich geändert», sagt Meierhans.

Für viel Post sorgen die Wasser-, Abfall- und Stromtarife, die Preise beim öffentlichen Verkehr und im Gesundheitsbereich – sowie die Handytarife, obwohl da der Preisüberwacher nicht viel ausrichten kann. «Ein brisantes Dauerthema bei den Konsumenten sind die Verzollungsgebühren, die anfallen, wenn man im Ausland einkauft und sich die Ware per Post zuschicken lässt», sagt Meierhans weiter.

Wer zum Beispiel übers Internet Waren im Wert von über 65 Franken einkauft, erlebt eine «böse Überraschung», so Meierhans: «Sie müssen nicht nur die Mehrwertsteuer bezahlen, die Post verrechnet ihnen zudem eine Pauschale von 18 Franken. Wer sein Paket über andere Spediteure erhält, muss oft noch viel mehr bezahlen.»

Das soll sich nun ändern. Meierhans fordert vom Finanzdepartement, dass die Freigrenze für die Mehrwertsteuer von heute 5 Franken auf 10 Franken erhöht wird. «So könnten die Konsumenten wenigstens bis zum Wert von gut 130 Franken problemlos grenzüberschreitend einkaufen», sagt er und fügt an: «Wer Waren mit dem Auto einführt, profitiert sogar von einer Freigrenze von 300 Franken.»

Ausserdem kritisiert der Preisüberwacher die für ihn ungenügenden Sparmassnahmen von Pascal Couchepin im Gesundheitswesen. «Ich war enttäuscht über das Paket, ich hätte mehr erwartet.»

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