GRÜNE TENDIEREN ZU SCHWALLER

Die «Auslegeordnung» des Grünen-Präsidenten zeigt: Die CVP liegt den Grünen viel näher als die FDP.

VON OTHMAR VON MATT

Weil er es genau wissen wollte, nahm Grünen-Präsident Ueli Leuenberger die FDP- und CVP-Bundesratskandidaten persönlich unter die Lupe: Er erstellte deren politisches Profil anhand von Smartvote (mit Ausnahme von Pascal Broulis). Für Leuenberger ist nun klar, dass Umweltfragen bei den FDP-Kandidaten eine zu kleine Rolle spielen. «Bei Fulvio Pelli zum Beispiel sind sie praktisch nicht präsent.»

Das sei bei Urs Schwaller «doch etwas anders», sagt Leuenberger. Die Grünen werden ihre Strategie zwar erst Ende August festlegen. Noch sei nichts entschieden, sagt Leuenberger. Doch seine Tendenz unterscheidet sich deutlich von der Stossrichtung, welche die SP einschlagen will – hin zur FDP. «Tritt man als Grüner zwei Schritte zurück, kommt man zum Schluss, dass die CVP den Grünen näher steht als die FDP», sagt Leuenberger.

«In ökologischen Fragen, im Sozialbereich, in Klimafragen. Und Schwaller ist immerhin Fraktionschef der CVP.» Leuenbergers «Auslegeordnung» der Parteien, die sich um den Sitz von Pascal Couchepin streiten:

CVP: «Im Programm stehen einige interessante Punkte zur Umweltproblematik», sagt Leuenberger. Die Grünen hätten sich im Juni mit der CVP getroffen und eine «ganze Reihe von politischen Projekten im Umwelt- und Energiebereich» aufgegleist. «Die Multikrise mit Wirtschafts-, Finanz-, Energie- und Klimakrise ist heute die grosse Herausforderung», betont Leuenberger.

«Die CVP-Basis ist immer stärker sensibilisiert – und auch ein Teil der Parlamentarier sieht die Probleme.» Zudem stimme die CVP trotz einigen bedeutenden Nuklearlobbyisten offiziell erst dann einem AKW zu, wenn alle anderen Möglichkeiten wie Energieeffizienz und alternative Energien ausgeschöpft seien.

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