Die technische Evaluation hatte Ende 2009 ergeben: Der Rafale (Dassault) liegt vor dem Eurofighter (EADS) und dem Gripen (Saab).

Nach dem vorübergehenden Aus für die Kampfjets Ende 2009 war EADS der einzige Hersteller, der an seinem Berner Büro festhielt. Der Konzern ging in sich, machte Alexander Vinh zum neuen Kampagnenleiter für die Schweiz. Dieser ortete Schwächen in der Offerte gegenüber Rafale: beim Radar und beim Flugangebot im Ausland. EADS arbeitete an deutlichen Verbesserungen. Neu ist der Eurofighter der Tranche 3, den die Schweiz erhalten soll, nicht mehr mit einem mechanischen Radar (M-Scan), sondern mit einer elektronischen Strahlschwenkung (E-Scan) ausgerüstet.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sogar eine EADS-Weiterentwicklung angeboten: Ein E-Scan mit beweglicher Antenne. Sie ermöglicht eine bessere Erkennung. Gleichzeitig bietet EADS der Schweiz Flugmöglichkeiten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien, Spanien und Grossbritannien an. EADS hat bereits Gegengeschäfte für 750 Millionen Franken abgeschlossen. Total wurde ein Potenzial von 8 Milliarden aufgezeigt. Der Eurofighter wird billiger, weil mittlerweile 300 Eurofighter ausgeliefert sind. In Franken umgerechnet, dürften die Jets noch rund drei statt vier Milliarden kosten. Der tiefe Euro-Kurs lässt den Preis um 25 Prozent sinken.

Billiger wird auch die Konkurrenz. «Der Rafale wird wegen des Euro-Kurses um rund 20 Prozent billiger», sagt Reto Sidler von Farner im Auftrag von Rafale International. Rafale verlängert das Angebot für die Zusammenarbeit mit der französischen Luftwaffe bis Ende Oktober 2013. «Unser Preis trägt dem starken Franken Rechnung», betont auch Anders Carp, Saab-Kampagnenleiter Schweiz.

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