Mehr als 500 Inspektionen führte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) im Atomkraftwerk Leibstadt durch, seit dort Handwerker für die Montage von Feuerlöschern eine Stahlwand durchbohrt hatten. Das geht aus den Ensi-Jahresberichten hervor. Offensichtlich hatten sich auch die Inspektoren bei diesen Besuchen nie gefragt, wie die Feuerlöscher an der Wand in der Hochsicherheitszone festgemacht worden waren. Ensi-Sprecher David Suchet argumentiert, Inspektoren gingen immer mit einer konkreten Aufgabe in den Betrieb. Daher sei die Zahl der Inspektionen «nicht aussagekräftig».

Inzwischen ist bekannt, dass das Kraftwerk im Jahr 2008 einer externen Firma den Auftrag gegeben hatte, die Feuerlöscher im Containment zu montieren. Diese Arbeit sei nicht von AKW-Mitarbeitern überwacht worden, sagt Kraftwerkssprecherin Andrea Portmann. Daher sei nicht aufgefallen, dass der Arbeiter für die Montage gleich sechsmal den Stahl durchbohrt habe, der bei einem Zwischenfall Strahlung und Dämpfe im Containment zurückhalten muss. Zwar hätten die Löcher bei einem Dichtetest des Ensi festgestellt werden können. Allerdings hatte der letzte solche Test kurz vor der Montage stattgefunden.

Unklar ist, warum der Fehler nicht bei der Abnahme der Arbeit bemerkt wurde. Laut Ensi müssen Arbeiten protokolliert werden. Erkannt wurde der Fehler erst, als ein weiteres Gerät montiert wurde.

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