«Nach dem Mittagessen wurden alle Unterschriftenbögen von den ‹Sicherheitsleuten› systematisch in den Abfall geworfen», schreiben Florian Maier, Co-Präsident von No Billag, und Dani Brandt, Generalsekretärin von No Billag. Ein Mitarbeiter habe gesagt, er sei angewiesen worden, «diese politische Propaganda» zu entsorgen. Brandt betont im Gespräch, es seien «auch unterzeichnete Unterschriftenbögen» entsorgt worden.

Ein Insider schildert, dass es der OK-Präsident der FDP Zug gewesen sei, der zum Tisch der Jungfreisinnigen marschierte, Bögen einsammelte und wegwarf. Waren die Bögen mit Unterschriften versehen? Oder nicht? «Es ist möglich, dass beim Aufräumen leere Unterschriftenbögen weggeworfen wurden», sagt Jörg Strub, Präsident der FDP des Kantons Zug. «Aber sicher nicht wissentlich solche, die unterschrieben waren.»

Brandt bleibt bei ihrer Version. Sie schreibt von einer «bodenlosen Frechheit». Auch Christian Zulliger, Vorstandsmitglied des Jungfreisinns Zürich, reagiert heftig. «Solche Einschränkungen beim Sammeln gehen gar nicht. Das ist unterste Liga, das sind SED-Manieren», sagt der Unterschriftensammlungschef von No Billag. Als sich der Vorfall ereignete, war er zwar nicht vor Ort. Doch man habe ihm alles erzählt.

Er habe «null Hinweise», dass an diesen Vorwürfen etwas dran sei, hält hingegen Maurus Zeier fest, Präsident der Jungfreisinnigen. «Die Jungfreisinnigen sind darin nicht involviert, unser Verhältnis zur FDP ist sehr gut. Mit solchen Leuten wollen wir nicht zusammenarbeiten.» FDP-Präsident Philipp Müller selbst hält fest, «diese Dame» – Dani Brandt – «beschimpft mich seit längerem regelmässig auf Facebook und hat mich auf dem Zuger Festplatz aufs Heftigste beschimpft.» Ihm sei zuerst «gar nicht klar» gewesen, um was es überhaupt gehe.

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