Die Duelle und gegenseitigen Schmähungen zwischen den Ex-SVP-Bundesräten Adolf Ogi und Christoph Blocher sind legendär. Doch wenn es um die Ecopop-Initiative geht, über die das Volk in vier Wochen abstimmt, sind sie sich einig – nicht nur, was die Nein-Parole betrifft. Sie erheben beide auch Vorwürfe gegen den Bundesrat.

Ogi sagt, der Bundesrat müsste dem Volk zeigen, «dass man sich gemäss Volksbeschluss sehr um die Zuwanderung kümmert». Die Regierung habe «nicht immer geschickt kommuniziert». Die Chancen der Ecopop-Initiative, angenommen zu werden, seien real, sagt Ogi. Er schätzt sie nach der «Arena» vom Freitag auf 50:50.

Blocher wirft dem Bundesrat vor, in keinem Interview «den entscheidenden Satz» gesagt zu haben: «Das Volk will eine geringere Zuwanderung. Darum vollziehen wir rasch die Abstimmung vom 9. Februar!» Mit jedem Interview der Bundesräte gebe es darum mehr Ja-Stimmen. Die Politik sei «unglaublich dekadent» geworden. Blocher: «Wir haben eine ganz tiefe demokratische Krise. Es gibt eine Art revolutionäre Stimmung.»

Auch im SVP-Establishment wächst die Angst vor einem Volks-Ja zu Ecopop – und ebenso zur Gold-Initiative. Ogi sagt, auch Blocher bekomme es bei Ecopop «mit der Angst zu tun». Und er zieht ihn in die Verantwortung: «Wird Ecopop angenommen, ist die SVP mitschuldig. Die SVP hat mit dem Feuer gespielt.» Blocher werde die Geister, die er rief, nicht mehr los – und die SVP-Basis sei ihm entglitten: «Er kommt einem vor wie ein Kutscher, der seine Pferde nicht mehr im Griff hat.»

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