Doch so einfach ist das offenbar nicht. Denn der Sold für die Milizpolitiker besteht aus zahlreichen Komponenten, auf die man nicht so einfach verzichten kann. Der Einkommensteil zum Beispiel wird mittels Präsenzlisten automatisch erhoben und ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Der Spesenblock wiederum setzt sich zusammen aus einem fixen Betrag und variablen Ausgaben, die der Parlamentarier einfordern kann. Hier hätte Matter etwas Spielraum: Er könnte es zum Beispiel unterlassen, den Antrag auf das Gratis-Erstklass-GA einzureichen.

Thomas Matter hat in der Zwischenzeit einen anderen Weg gefunden, um im Fall einer Wahl ohne Bundesgeld zu politisieren: Er wird seinen Lohn nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen gemäss Informationen des «Sonntags» an eine wohltätige Organisation spenden. Matter selbst wollte sich am Rand der SVP-Delegiertenversammlung, die gestern in Einsiedeln SZ stattfand, nicht zu diesem Thema äussern.

Im Schnitt kassierten die Nationalräte 2010 knapp 133000 Franken – 76900 Franken Einkommen und 56000 Franken Spesen, wie Mark Stucki von den Parlamentsdiensten sagt. Etwas mehr erhalten die Parlamentarier in der kleinen Kammer, die in mehr Kommissionen sitzen. Die Ständeräte «verdienten» 2010 gemäss den Parlamentsdiensten im Schnitt an die 152000 Franken – 89800 Franken für die Sitzungsarbeit und 62000 als Spesen.

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