VON OTHMAR VON MATT

Die Vorwürfe, die Toni Brunner gegen CVP und SP erhebt, sind happig. «Die CVP und die Linke haben die Mehrheit für die Bundesratswahl vom 16. September bereits zusammen – mit welchen Versprechungen auch immer», sagt der SVP-Präsident. «Die Koalition der Blocher-Abwähler verfolgt mit einem eigentlichen Geheimplan höhere Ziele: Sie will eine inhaltliche Koalition, eine Mitte-Links-Regierung, mit FDP und SVP als Feigenblatt.»

Toni Brunner glaubt den Namen des neuen Bundesrates schon jetzt zu kennen, den die Bundesversammlung am 16. September küren wird: CVP-Ständerat Urs Schwaller. «Die Schwaller-Sprachdebatte ist lediglich ein unwürdiges Geplänkel», sagt Brunner. «Das Spiel ist abgekartet.»

Seine Vorwürfe begründet Brunner damit, «dass alle Indizien auf eine abgekartete Sache» hindeuteten:

Kein Gespräch: Die CVP habe der SVP Ende Juni das Gespräch verweigert. «Dabei wäre es hilfreich gewesen, die Situation unter den Parteien zu klären und Näheres über die Motivation der CVP zur Kampfkandidatur zu erfahren.» Es wäre auch nicht ausgeschlossen gewesen, dass die SVP die CVP unterstützt hätte. «Wir wollten uns immer alle Optionen näher ansehen», sagt Brunner.

Kein Karussell: Bei der CVP fehle im Gegensatz zur FDP das Kandidaten-Karussell, sagt Brunner. Denn CVP-Fraktionschef Urs Schwaller sei bereits auserkoren. Damit ist für Brunner auch klar: «Die CVP verabschiedet sich ins linke Lager – und das kommt der SVP entgegen.»

Dass die SP inzwischen ernsthaft infrage stellt, die CVP zu unterstützen, bezeichnet Brunner als «Nebelpetarde»: «Ich bin fest überzeugt, dass nur noch gespielt wird.» Dass um den Sitz von Pascal Couchepin ein Streit zwischen FDP und CVP entbrannt sei, «ist sowieso lächerlich», sagt Brunner. «Der Anspruch der CVP auf zwei Bundesratssitze ist mit ihren 15 Prozent wahrlich gesucht. Wenn eine Partei einen Anspruch geltend machen kann, ist es die SVP.»

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