Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) plant in den nächsten zwei Jahren eine Preisoffensive in diversen Kundensegmenten. Profitieren sollen Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren, aber auch Pendler und Senioren.

«Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist heute gut», betont VöV-Direktor Ueli Stückelberger, «doch wir müssen Acht geben auf die Preise.» Das Niveau des Grundpreises sei ein relevanter Faktor dafür, die Leute noch verstärkt in den öV zu bringen. Ziel ist es, Bahn und Bus auch ausserhalb der Spitzenzeiten attraktiver werden zu lassen. Und der öV-Anteil im Freizeitverkehr soll verbessert werden.

Die neuen Angebote sollen «in den nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen», sagt Stückelberger. Die wichtigste Neuerung betrifft Jugendliche. «Wir planen attraktive Produkte für 17- bis 25-Jährige im Freizeitverkehr», sagt Stückelberger. Details will er nicht verraten, nur so viel: «Mit diesem Produkt, das nur für diese Alterskategorie gilt, sollen sie den öV zu einem deutlich reduzierten Preis benutzen können.» Der VöV wolle damit «eine bessere Bindung der Jugendlichen an den öV» erreichen.

Für Kinder von 6 bis 16 Jahren gibt es bereits heute eine ganze Palette an Angeboten. Etwa die Junior-Karte, mit der Kinder für 30 Franken ein Jahr lang in Begleitung eines Elternteils unterwegs sein können. 6- bis 16-Jährige erhalten zudem das Generalabonnement beider Klassen ermässigt. Weiter gibt es die Kinder-Tageskarte: In Begleitung eines Erwachsenen reisen die Kinder für 16 Franken einen Tag lang in der 2. Klasse.

Anders sieht es bei den Jugendlichen von 17 bis 25 Jahren aus. Für sie gibt es zwar das «Gleis 7»: Eine Zusatzkarte zum Halbtax-Abo, mit der man von 19 bis 5 Uhr in der 2. Klasse auf dem SBB-Netz fahren kann. Dazu kommt das Abend-GA, mit dem Jugendliche ab 19 Uhr bis Betriebsschluss im gesamten GA-Geltungsbereich reisen können.

Bei den Jugendlichen gibt es noch eine ganz andere Idee, die für viele von ihnen wohl verheissungsvoll klingt: Der Kanton Bern testet an drei Gymnasien, ob die Schule erst nach 8 Uhr beginnen könnte. Wäre die Pendlerspitze morgens flacher, müsste weniger Rollmaterial beschafft werden.

Nebst den Jugendlichen will der VöV auch jene Pendler besser an Bahn und Bus binden, die nicht so weit fahren, dass sich für sie das GA lohnt. «Deshalb planen wir ein Angebot speziell für Regionalpendler», sagt Stückelberger. «Wer ein Halbtaxabonnement besitzt, soll zu einem attraktiven Preis ein Bündel von 30 oder 50 Tageskarten kaufen können, die im ganzen GA-Bereich gültig sind.»

Potenzial sieht der VöV auch bei den Senioren. Sie kommen schon heute in den Genuss verbilligter GAs. «Wir überlegen nun, für Senioren ein Treuesystem einzuführen», sagt Stückelberger. Wer sein GA nahtlos erneuere, könnte mit der Zeit einen Rabatt erhalten. «Ziel ist es, dass Senioren dem GA treu bleiben, auch wenn sie im höheren Alter den öV weniger intensiv benutzen.»

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