Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amann verurteilt die Kritik aufs Schärfste, die diese Woche wegen der früheren Steueroptimierung seiner Ammann-Gruppe laut geworden ist. «Dass auf der Grundlage vertraulicher Dokumente eine Hetzjagd mit offensichtlich politischer Motivation geführt werden kann, geht nicht», sagte er am gestrigen FDP-Parteitag in Zug. Im Interview erklärt er: «Was mich wirklich stört: Es kommen Angriffe, es werden Vermutungen geschürt, es werden Vorwürfe formuliert. Aber niemand muss sich rechtfertigen, woher er diese Informationen hat und ob sie wirklich rechtliche Grundlagen haben.» Er sei nicht bereit, sich treiben zu lassen.

Die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens hatte berichtet, dass Schneider-Ammann als damaliger Chef der Ammann-Gruppe 250 Millionen Franken in Jersey und Luxemburg «steueroptimiert» parkiert, das Geld aber von Langenthal aus verwaltet hatte. Es sei alles korrekt und von den Steuerbehörden genehmigt gewesen, entgegnet Schneider-Ammann.

SP-Präsident Christian Levrat nennt Schneider-Ammann nun eine «Fehlbesetzung», und die Jungsozialisten bezeichnen ihn gar als «Steuerhinterzieher». Dazu der FDP-Bundesrat: «Als Privatperson muss ich Ihnen sagen, dass ich mir einen solchen Vorwurf nie und nimmer machen lasse. Das ist eine absolute Frechheit.»

FDP-Präsident Philipp Müller nahm seinen Bundesrat ohne Wenn und Aber in Schutz und kritisierte eine «Kampagne des Fernsehens». Doch es gibt nach wie vor offene Fragen. Gestern berichteten der «Bund» und der «Tages-Anzeiger», Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf habe die Prüfung der Ammann-Gruppe gebremst und die Aufklärung des Steuerfalls behindert.

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