Auf dem offiziellen Landeskunde-Portal im Internet Swissworld.org informiert das Aussendepartement (EDA) über die Schweizer Geschichte – in acht Sprachen, darunter auch Chinesisch. Historiker haben auf dem Portal «haarsträubende Fehler» ausfindig gemacht.
Marco Jorio, Chefredaktor des «Historischen Lexikons» der Schweiz, sagt: «Ich weiss nicht, wie es möglich war, dass die Bundesverwaltung einen solchen Ramsch produzieren und ins Netz stellen konnte. Da haben offenbar viele historische Dilettanten mitgewirkt.»

Der in Heidelberg lehrende Basler Professor Thomas Maissen nennt ein Beispiel. Auf der Website steht etwa der Satz: «Benachbarte Völker und Staaten kämpfen in verschiedenen Epochen um das Land: Römer, Alemannen, Habsburger, Österreich-Ungarn oder Frankreich unter Napoleon.» Die Nennung von Österreich-Ungarn als Aggressor sei ein «absoluter Witz», sagt Maissen: «Diesen Staat gab es nur von 1867 bis 1918, und er hat die Schweiz nie bedroht.» Des Weiteren ignoriert die Website laut Maissen die späte Einführung des Frauenstimmrechts und enthalte auch sonst jede Menge Fehler.

Die Kritik der Historiker wirkt: Das Aussendepartement kündigt nun an, zumindest die deutsche Version der Website zu korrigieren.

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