VON CHRISTOF MOSER

Der Druck aus der Politik, die früheren UBS-Chefs um Marcel Ospel strafrechtlich zu verfolgen, nimmt weiter zu. Jetzt will auch der Zürcher CVP-Nationalrat und Bauunternehmer Urs Hany Strafanzeige gegen die ehemalige Führung der Grossbank einreichen.

«Ich prüfe derzeit mit Juristen den genauen Inhalt der Anzeige», bestätigt Hany die «Sonntag»-Recherchen. «Ospel und Konsorten müssen vor Gericht. Es kann nicht sein, dass die Verantwortlichen für das Debakel einfach so davonkommen», sagt Hany. Er betont, dass er hinter der neuen UBS-Führung stehe und nichts davon halte, die Bank in den USA fallen zu lassen: «Dass die UBS die früheren Chefs aber einfach laufen lassen will, verstehe ich nicht.»

Ospel und Co. werden damit bereits mit der dritten Strafanzeige konfrontiert. Bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich ist bereits eine Anzeige der SP hängig. Nachdem die Zürcher Strafverfolgungsbehörde eine erste Anzeige der Sozialdemokraten abgewiesen hatte, legte die SP nach. Eine weitere Anzeige, eingereicht von SP-Bundesverwaltungsrichter Philippe Weissenberger ebenfalls bei der Zürcher Staatsanwaltschaft, ist inzwischen bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Baselland gelandet.

Vielen Politikern stösst sauer auf, dass die Zürcher Strafverfolgungsbehörden bislang untätig blieben oder die heisse Kartoffel weiterreichten. «Der Staat darf vor grossen Tieren nicht kuschen. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Politik», sagt CVP-Nationalrat Hany. Und auch sein Parteikollege Pirmin Bischof findet: «Die Behörden müssten von sich aus aktiv werden, da es sich um ein Offizialdelikt handelt.» Bischof fordert zudem die UBS auf, Zivilklage gegen die ehemaligen Chefs einzureichen: «Das Nichtstun der UBS stösst nicht nur im Volk, sondern auch bei Juristen auf Unverständnis.» Die Bank jedoch bekräftigt gegenüber «Sonntag» ihre bisherige Position, keine Klagen einzureichen.

auch in der FDP wächst das Bedürfnis, die Ex-Chefs der UBS vor Gericht zu bringen. Der St. Galler FDP-Nationalrat Walter Müller forderte dies am Mittwoch in der «Rundschau». Gegenüber «Sonntag» legt Müller nach: «Jetzt muss auch meine Partei aktiv werden.» Auch Hany hofft, dass seine Partei, die CVP, seine Anzeige offiziell unterstützen wird: «Ich werde das Thema Ende Februar in der Fraktion zur Sprache bringen.» Der Zürcher CVP-Präsident Markus Arnold steht jedenfalls hinter ihm: «Wäre ich Jurist, würde ich höchstpersönlich gegen Ospel klagen.»

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