VON LUKAS FÜGLISTER

Mehr als 2200 Kandidaten sassen am letzten Freitag vor dem Eignungstest für das Medizinstudium an den Unis von Basel, Bern, Freiburg oder Zürich – und schwitzten. Denn sie wussten genau: Nur gerade 603 von ihnen werden den Test bestehen. Mehr Ausbildungsplätze stehen nicht zur Verfügung. 1600 werden sich für eine andere Studienrichtung entscheiden müssen.

«Noch nie haben so viele Personen am Eignungstest teilgenommen», sagt Kurt Wechsler von der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten. Er glaubt, die Wirtschaftskrise sei mit ein Grund dafür: «Arzt ist ein krisenresistenter Beruf.» Noch nie hätten sich so wenig Angemeldete vor dem Test zurückgezogen. Mehrere hundert hätten den Eignungstest zudem bereits zum zweiten oder gar dritten Mal absolviert.

Dass nur etwas mehr als jeder Vierte den Test bestehen wird, liegt am so genannten Numerus clausus: Seit 1998 besteht an den Deutschschweizer Universitäten eine Zulassungsbeschränkung zum Medizinstudium – obwohl die knapp 700 jährlich in der Schweiz diplomierten Ärzte die Nachfrage nicht decken können.

Die Folge: Die Schweiz benötigt immer mehr Ärzte aus dem Ausland. Gemäss Statistik der Ärztevereinigung FMH arbeiteten letztes Jahr 6659 Ärzte mit ausländischem Diplom in der Schweiz. Das sind knapp 44 Prozent mehr als 2003.

Bereits jeder fünfte Arzt hat seine Ausbildung im Ausland gemacht. Mehr als die Hälfte der Ärzte stammen aus Deutschland. FDP-Gesundheitspolitiker und Professor Felix Gutzwiller spricht Klartext: «Ohne die Ärzte aus dem Ausland würde unser Gesundheitssystem längst zusammenbrechen.»

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