Den Abstimmungskampf zur 1:12-Initiative, über die voraussichtlich im September entschieden wird. SP-Nationalrat Cédric Wermuth (AG), der 2009 als Juso-Präsident die Initiative lanciert hatte, setzt dabei auf eine unkonventionelle Idee: Er geht mit seinem Referat «Nehmt den Reichen das Geld weg» auf Tour – und zwar zu den Menschen nach Hause, oder er besucht sie an ihrem Arbeitsplatz. Einzige Voraussetzung: Die interessierten Familien, Wohngemeinschaften oder Bürokollegen organisieren mindestens zehn Personen und sorgen für das Essen. Es gebe keine ideologischen Barrieren, verspricht Wermuth. «Ich gehe zu allen, die mich einladen. Auch zu jenen, die mich überzeugen wollen, dass die 1:12-Initiative schlecht ist.» Geld will Wermuth für seinen Auftritt keines. «Ich esse ja mit.»

Für Wermuth ist die Tour durch die Haushalte kein «Gag», wie er betont. «Wir Politiker sollten grundsätzlich versuchen, wieder mit den Menschen direkt in Kontakt zu treten. So können wir auch das Vertrauen in die linke Politik stärken», sagt der Nationalrat. Wermuths erste Tour startet nach der Frühjahrssession und dauert bis Mitte Juli. «Es ist ein Versuch: Wenn es funktioniert, wenn das Interesse da ist, werde ich das sicher auch nach der Abstimmungskampagne zur 1:12-Initiative weitermachen.»

Natürlich macht der SP-Nationalrat aus der Not eine Tugend, wie er einräumt. «Wir haben schlicht nicht die Mittel, um mit einer Kampagne à la Economiesuisse mitzuhalten. Wir müssen auch über andere Wege die Menschen ansprechen als nur über Plakate und Inserate.»

Die Idee für seine Hausbesuche-Tour kam Wermuth nach einem Abend bei einer Wohngemeinschaft. Diese hatte ihn per Facebook zum Essen und Diskutieren eingeladen.

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