VON OTHMAR VON MATT

Als SVP-Parteipräsident war er ein Sparpolitiker. Jetzt, als Verteidigungsminister, lässt Ueli Maurer die Champions League der internationalen Berater im Departement auffahren: die Boston Consulting Group (BCG). Für 1,285 Millionen Franken soll sie das Finanz- und Buchhaltungswesen der Verteidigung völlig neu aufgleisen.

Der Auftrag wurde WTO-konform am 14. Juli vergeben und am Freitag publiziert. Gegen die Vergabe kann während 20 Tagen beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden. Das Verteidigungsdepartement (VBS) bestätigt die Vergabe, schweigt aber zu allen weiteren Fragen.

Die sechs Consultants der BCG sollen die Probleme im Finanz- und Buchhaltungswesen der Armee lösen. Jeder der sechs Berater kostet gemäss mehreren Quellen 100 000 Franken pro Monat. Die BCG soll Tagesansätze verrechnen, die weit über dem Höchstansatz liegen, den eine Bundesverordnung auf 2200 Franken limitiert. Die sechs Spezialisten sollen zwei Monate im VBS tätig sein.

Gemäss Recherchen war es Jens Alder, der Leiter des Steuerungsausschusses der Task-Force Informatik VBS, der die Boston Consulting Group unbedingt im Boot haben wollte. Auch zu Alders Engagement tauchen Fragen auf. Wie viel er für seinen VBS Nebenjob verdient, ist geheim. Eine Quelle hält aber fest, es seien «weit über 100 000 Franken pro Monat». Weder das VBS noch Alder selbst wollten dazu Stellung nehmen.

Intern wird ferner kritisiert, dass das Mandat, welches Alder innehält, nicht nach den WTO-Vorschriften öffentlich ausgeschrieben wurde. Das VBS bestätigt dies. Die Vergabe sei «freihändig» nach Artikel 13 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB) erfolgt.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!