Ob beim Bräteln am lauen Sommerabend oder auf dem Sofa vor dem Fernseher: Pommes Chips gehören dazu. Und zu ihnen das schlechte Gewissen, haben sie doch in gesundheitlicher Hinsicht einen miserablen Ruf. Dabei lassen sich zweifelsohne gesündere Varianten zubereiten als jene, die der klassische Couch-Potato in sich hineinstopft.

Zur Ehrrettung der Chips sei zuerst einmal auf ihre lange Tradition verwiesen. Denn die frittierten Kartoffelscheiben sind bereits 165 Jahre alt. Es gibt zwei Geschichten darüber, wie die beliebten Pommes-Chips entstanden sind. Gemäss der ersten Saga entstanden sie 1853 in Saratoga Springs, USA. Der Hilfskoch Georg Crum war wütend und gestresst, da ein Gast des noblen Hotels Moon Lodge seine Bratkartoffeln zum wiederholten Mal zurückgegeben hatte. Die Begründung: Sie seien zu dick. Crum entschied sich, die Kartoffeln ganz fein zu schneiden und dann sehr knusprig zu frittieren. Sodass der Gast – der Geschichte nach soll es sich um Eisenbahnmagnat Cornelius Vanderbilt gehandelt haben – sie auf keinen Fall mit der Gabel aufspiessen kann. Doch sein Plan ging nach hinten los: Die frittierten Kartoffelscheiben schmeckten dem Gast ausgezeichnet. Von diesem Tag an standen Chips auf der Speisekarte des Hotels und etablierten sich zum beliebten Gericht.

Die zweite Geschichte ist weniger spektakulär, jedoch gemäss dem örtlichen Museum in Saratoga Springs wahrscheinlicher. Sie besagt, dass Crums Schwester eine viel zu dünn geschnittene Kartoffelscheibe aus Versehen ins heisse Fett fallen liess. Crum war vom Ergebnis so begeistert, dass er das Gericht in das Menü aufnehmen liess.

Gebacken statt frittiert

So oder so liess sich der Siegeszug der frittierten Kartoffel nicht mehr aufhalten. Doch wer sagt, dass sich Chips noch immer so zubereitet werden müssen, wie sie vor 165 Jahren entweder zufällig oder aus Ärger entstanden sind? Schon wer sich auf Kartoffeln einschränkt, verpasst vieles. Auch Süsskartoffeln, Randen, Karotten, Pastinaken, und Zucchetti eignen sich hervorragend, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine Mischung verschiedener Gemüsearten bringt dem Gaumen und dem Auge Abwechslung. Ein origineller farblicher Akzent lässt sich auch mit blauen Kartoffelsorten setzen.

Die gesundheitlichen Bedenken hängen vorwiegend mit dem hohen Fettgehalt klassischer Chips zusammen. Dieser kann reduziert werden, wenn die Gemüsescheiben gebacken statt frittiert werden. Das geht so: Das Gemüse sehr fein schneiden oder hobeln. Je feiner geschnitten, desto knuspriger werden die Chips. Die dünnen Scheiben in einer Schüssel mit Olivenöl und Gewürzen mischen. Der Fantasie sind beim Würzen keine Grenzen gesetzt. Nebst Salz und Pfeffer kann je nach Gemüse zum Beispiel auch Curry, Senf- oder Wasabipulver, Rosmarin, Oregano oder Zitronenschale hinzugegeben werden.

Die Scheiben einzeln auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Dann im vorgeheizten Ofen bei 110 Grad Umluft rund eine Stunde backen. Je nach Dicke der Scheiben und Gemüsesorte kann dies ein wenig variieren. Bei Gemüse mit hohem Feuchtigkeitsgehalt sollte der Ofen mehrmals kurz geöffnet werden oder eine Holzkelle hinter die Ofentür geklemmt werden, damit der Wasserdampf entweichen kann.

Spezialtipp der Redaktion: Die Gemüsescheiben zum Backen auf Holzspiesse stecken statt sie flach aufs Backpapier zu legen. So werden sie rundherum knusprig.