VON BENJAMIN WEINMANN

In 18 Tagen gehts in Südafrika los: Wer sich kein Flugticket gekauft hat, die Fussball-Weltmeisterschaft aber trotzdem gemeinsam mit Tausenden von Fans schauen möchte, darf sich Hoffnung machen: «Ja, wir überlegen uns, einige WM-Spiele in 3-D zu übertragen», bestätigt Felix Frei, Direktor des Zürcher Hallenstadions, Information des «Sonntags». Offenbar geht es in erster Linie um das Spiel Schweiz - Spanien (16. Juni) und das Finalspiel am 11. Juli. Organisiert werden die Übertragungen von der Firma «International Sports Agency» (ISA), mit der SRG als Partnerin. «Wir rechnen mit einer Kapazität von rund 4500 Zuschauern», sagt ISA-Chef Christoph Schredt. Damit wäre es der grösste Public-Viewing-Anlass der Schweiz – und der erste in 3-D. Bereits bekannt ist, dass sich auch Kinobetreiber wie die Kitag und Pathé schon seit mehreren Wochen für die dreidimensionalen WM-Spiele interessieren.

Doch ob die Fans Lionel Messi und Hakan Yakin dank 3-D-Brillen tatsächlich hautnah erleben werden, ist mittlerweile alles andere als sicher. Fifa und Sony, welche die 3-D-Spiele aufzeichnen, haben die Kinorechte an die Schweizer Firma Aruna-Media übertragen. Sie war für die weltweite Vermarktung der 3-D-Spiele verantwortlich. Bis vergangenen Mittwoch. Dann kam es zum Eklat. In einem Schreiben an ihre Partner schreibt die Fifa: «Die Fifa hat die Zusammenarbeit mit Aruna-Media in Bezug auf die 3-D-Public-Viewing-Rechte rückwirkend auf den 10. Mai gekündigt.» Die Lizenzvergabe wird nun von der Fifa geregelt.

Was war geschehen? Aruna-Media zählte auf chinesische Investoren, welche für die Lizenzgebühren und die Technik im zweistelligen Millionenbereich bezahlen sollten. «Wir haben aber nie Geld gesehen und konnten deshalb die Rechnungen der Fifa nicht begleichen», sagt Aruna-Media-Geschäftsführer Markus Barmettler. «Wir haben in 40 Ländern 3-D-Spiele auf rund 800 Leinwänden organisiert. Diese Verträge müsste die Fifa nun alle nochmals selber aufgleisen.» In der Schweiz sind die 3-D-Spiele auf 16 Kinoleinwänden und im Hallenstadion geplant. Barmettler gibt jedoch nicht auf: Er hat inzwischen einen neuen Investor gefunden, den Schweizer Musikmanager Viktor Waldburger. Ob die Fifa Aruna-Media noch einmal vertraut, wird sich zeigen.

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