VON NADJA PASTEGA

Die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann macht kurzen Prozess: «Auf die Sommerzeit soll in Zukunft verzichtet werden», fordert sie in einer Motion, die sie Ende September im Parlament einreichte. Darin fährt Estermann schweres Geschütz auf:

Die Sommerzeit sei eingeführt worden, um Energie zu sparen – doch ein Energiespareffekt könne bis heute nicht nachgewiesen werden. Dagegen seien schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit belegt, so Estermann: Die Sommerzeit erhöhe das Herzinfarktrisiko und führe zu monatelangem Schlafmangel.

Zudem habe sie negative Auswirkungen auf chronisch Kranke, zum Beispiel insulinpflichtige Diabetiker. Und: Nachgewiesenermassen würden die Schüler während der Sommerzeit schlechtere Noten schreiben – eine Folge des Schlafmangels: «Junge sind Nachteulen- und keine Lerchentypen», sagt Estermann auf Anfrage.

Lerchen? «Die stehen früh auf.» Junge Menschen nicht. Daher mangle es ihnen wegen der Zeitumstellung an Schlaf. Estermann fordert den Bundesrat auf, «den volkswirtschaftlichen Unsinn Sommerzeit zu stoppen». Dies hätte, so die Luzerner Nationalrätin, «eine erhebliche Signalwirkung auf EU-Länder.»

Hinter Estermann stehen 40 Schweizer Parlamentarier – darunter politische Schwergewichte wie der SVP-Fraktionspräsident Caspar Baader und der SVP-Bundesratskandidat Jean-François Rime. Auch der FDP-Jungstar Christian Wasserfallen will die Sommerzeit abschaffen.

Die Zeitumstellung sei mit dem «heutigen Lebensrhythmus» hinfällig, erklärt Wasserfallen. «Von mir aus kann man auch die Winterzeit abschaffen.» Man solle endlich aufhören mit dem ewigen Uhrenumstellen. Schön wäre es natürlich, wenn die EU gleichziehen würde, so Wasserfallen: «Aber wir sind ja kein EU-Mitglied und können deshalb auch die Sommerzeit im Alleingang wieder abschaffen!»

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