Interessierte müssten mit fast zwei Monaten Wartezeit rechnen, schreibt Exit auf ihrer Homepage. Normalerweise gingen die Anfragen während der Sommerferien deutlich zurück, sagt Exit-Vizepräsident Bernhard Sutter. Diesmal aber nicht: Bis zu hundert Neuanmeldungen treffen täglich ein.

Damit stösst Exit an ihre Grenzen. 75 000 Mitglieder zählt die grösste und älteste Sterbehilfeorganisation der Schweiz. Tendenz stark steigend. «Eigentlich müssten wir pro 3000 Mitglieder eine Vollzeitstelle besetzen», sagt Sutter. Das wären 25 Stellen. Derzeit arbeiten 20 Personen für die Non-Profit- Organisation, einige davon allerdings Teilzeit. Der Hauptsitz im Zürcher Kreis 9 bietet keinen Platz für weitere Mitarbeiter. «Wir müssen wohl bald ein neues Gebäude beziehen oder einen zweiten Standort eröffnen», sagt Sutter. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

In den letzten Jahren haben die Neuanmeldungen nochmals einen Sprung gemacht. Alleine 2013 traten über 8000 Menschen der Sterbehilfe bei. «Die Generation, die jetzt alt wird, ist es gewohnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen», nennt Sutter einen Grund.

Die uneingeschränkte Selbstbestimmung war zuletzt auch wichtigstes Thema an der Generalversammlung. Die Mitglieder stimmten fast einstimmig für den Altersfreitod und eine entsprechende Statutenänderung. Exit geht von einem längeren Zeitraum aus, bis Hochbetagte einen erleichterten Zugang zu Sterbemitteln erhalten, da dafür wohl gesetzliche Änderungen nötig sind.

Kritiker befürchten, Nachkommen könnten Hochbetagte dazu drängen, den Freitod zu wählen, weil sie um ihr Erbe fürchten. Dies will Exit mit umfassenden Abklärungen des Sterbewunsch-Motivs verhindern.

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