VON CHRISTOF MOSER

Er sei «völlig überrascht» vom Entscheid Ueli Maurers, auf neue Kampfjets verzichten zu wollen, sagte Ex-Armeechef Christophe Keckeis am Samstagabend zum «Sonntag». «Der militärische Bedarf für neue Flieger ist mehrmals ausgewiesen worden, daran hat sich nichts geändert.»

Der oberste Militär unter Ex-Bundesrat Samuel Schmid kritisiert Verteidigungsminister Maurer deshalb mit deutlichen Worten: «Natürlich brauchen wir für den Tiger einen Ersatz, etwas anderes zu sagen, ist unseriös.» Er könne sich einzig vorstellen, dass Maurer so etwas wie einen «Notruf» lancieren wollte, um zu zeigen, «wie schlimm es um die Armee heute steht». Es fehle an allen Ecken und Enden an Ressourcen. «Hier müsste der Bundesrat ansetzen», so Keckeis weiter.

Als Alternative zu den neuen Fliegern will Verteidigungsminister Maurer dem Bundesrat offenbar vorschlagen, den Betrieb der Tiger-Flotte um zehn Jahre zu verlängern, wie «Sonntag»-Recherchen ergeben haben.

Statt bis 2015 sollen die Tiger F-5 bis 2025 im Einsatz bleiben und dann zusammen mit dem F/A-18 erneuert werden. «Wir prüfen diese Option im Auftrag von Bundesrat Maurer ernsthaft», bestätigt ein hochrangiger Luftwaffen-Offizier. Die Kosten für den verlängerten Tiger-Einsatz haben die Militärs auf 400 Millionen Franken veranschlagt. Der Kauf neuer Jets würde über die Betriebszeit von vierzig Jahren 7 Milliarden kosten.

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