Investor Remo Stoffel, der in Vals GR einen 381 Meter hohen Wohnungs- und Hotelturm plant, wehrt sich gegen den emeritierten St. Galler Staatsrechtsprofessor Rainer J. Schweizer und den «Tages-Anzeiger». «Die Vorwürfe der Begünstigung und Korruption wiegen zu schwer, als dass ich diese so stehen lassen könnte», sagt Remo Stoffel. Sie seien schlicht haltlos.

Am 4. April veröffentlichte der «Tages-Anzeiger» einen Bericht und ein Interview, in dem Schweizer behauptet: Die Gemeinde Vals habe beim Verkauf der Therme und des Hotels an Remo Stoffel grobe Fehler begangen und ihre Amtspflichten missachtet. Zudem habe der Kanton Graubünden seine Aufsichtspflichten verletzt. Zusammen trügen sie die Verantwortung für diesen Verkauf, der «zu den grossen Korruptionsfällen in Schweizer Gemeinden, vergleichbar mit jenem in Leukerbad», gehöre.

Das ist für Stoffel unhaltbar. Zusammen mit seinem Anwalt Andreas Meili geht er jetzt rechtlich gegen Schweizer vor. «Seine Äusserungen sind nicht nur im zivilrechtlichen Sinne persönlichkeitsverletzend, sondern auch strafrechtlich relevant», sagt Stoffel. Der Investor spricht von einer Diffamierungskampagne, in der man ihn zu kriminalisieren versuche. Meili reicht deshalb in den nächsten Tagen gegen Schweizer einen Strafantrag wegen Ehrverletzung ein. Den «Tages-Anzeiger» klagt Stoffel noch nicht ein. Erst sucht er nächste Woche das Gespräch mit der Chefredaktion. «Die Zeitung hat sich zum Sprachrohr der Kontrahenten gemacht.»

Rainer J. Schweizer ist der aktivste Gegner von Remo Stoffel. Schweizer erstellte mehrere Gutachten für eine Gruppe besorgter Stimmbürger, die sich bis vor Bundesgericht gegen den Verkauf der Therme wehrte. Am 9. März 2012 stimmten die Valserinnen und Valser allerdings dem Verkauf zu. Schweizer blitzte nicht zum ersten Mal mit einer Beschwerde in diesem Zusammenhang vor Gericht ab. «Er scheint nicht akzeptieren zu können, dass die Bevölkerung von Vals sich für uns entschieden hat, obwohl der damalige Gemeinderat das Angebot Zumthor favorisierte», sagt Stoffel.

Man müsse das Glasturm-Projekt nicht gut finden, aber es soll fair darüber diskutiert werden. Jahr für Jahr verzeichnen die Berggebiete weniger Übernachtungen. «Es braucht daher Ideen und Projekte, auch wenn sie etwas anders sind», sagt Stoffel.

Rainer J. Schweizer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper