Die Astrophysiker der Universität Bern erforschen das Weltall, ohne das Büro zu verlassen. In Mexiko lassen sie ein Teleskop mit einem Durchmesser von einem Meter bauen. Es ist ferngesteuert und liefert die Bilder direkt nach Bern. Ende 2017 soll es in Betrieb gehen und bereits nach einem Jahr sollen erste Erfolge vorliegen: Hinweise auf erdähnliche Planeten in anderen Sonnensystemen. Diese sind zu weit weg, um von der Erde aus entdeckt zu werden. Deshalb wird das Teleskop auf Sterne gerichtet, in deren Umlaufbahn Planeten mit Leben vermutet werden. Das Gerät misst die Helligkeit der Sterne und registriert Schatten, die durch vorbeiziehende Planeten entstehen.

Daten für die Weltraummission
Die Messungen liefern die Grundlage für das ebenfalls von der Uni Bern geleitete Weltraumteleskop Cheops. Dieses soll in einem Jahr ins All geschossen werden und die von Mexiko aus identifizierten Planeten näher untersuchen.

Gemäss der Uni Bern wird das Teleskop in Mexiko das beste für diesen Zweck konzipierte Gerät in der nördlichen Hemisphäre sein. Je nach Position zum Äquator unterscheidet sich der Blick auf die Sterne. Bessere Anlagen stehen in Chile. Doch diese können nicht jahrelang nur nach einer zweiten Erde suchen, da sie für unterschiedliche Forschungen eingesetzt werden.

Die Anlage in Mexiko kostet eine Million Franken. Die Universität von Mexiko stellt das Gelände ihres Observatoriums zur Verfügung und übernimmt die Wartung kostenlos. Beteiligt ist auch die Universität von Cambridge.

Was nützt das Projekt der Schweiz? Astrophysiker Willy Benz antwortet philosophisch: «Es war die Neugier, welche die Menschen aus den Höhlen gebracht hat.»

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