LX 155, Mumbai–Zürich: Auf dem Swiss-Flug vom 4. August befanden sich nicht nur Crew und Passagiere, sondern auch Schädlinge. Mehrere Bettwanzen nisteten in der Businessclass, wie Sprecherin Myriam Ziesack bestätigt. «Nachdem der Vorfall bekannt wurde, wurde das betroffene Flugzeug temporär aus dem Verkehr genommen», sagt Ziesack.

Schädlingsbekämpfer untersuchten das Flugzeug mit einem Spürhund. «Die Kabine wurde anschliessend mit einem speziellen Heissluftofen auf 60 Grad erwärmt. Dabei wurden sämtliche Wanzen und deren Larven vernichtet», sagt Ziesack. Seit Freitag ist die Maschine wieder unterwegs. Bei anderen kontrollierten Flugzeugen seien keine weiteren Wanzen gefunden worden. Passagiere wurden durch die Tiere offenbar nicht belästigt. Dafür sei ein Flight Attendant von einer Wanze gebissen worden.

Präventivmassnahmen gegen die Wanzen gibt es keine. «Airlines wie auch Hotels können wenig dagegen tun», sagt Ziesack. Die Kabinen würden nach jedem Flug gereinigt. Die Wanzen seien aber schwierig zu entdecken, da sie sich in kleinste Ritzen und Spalten verkriechen. Tatsächlich besteht laut Experten kein Zusammenhang mit mangelnder Hygiene. Die Wanzen werden über Gepäckstücke eingeschleppt.

Seit einigen Jahren steigen international die Vorfälle. Als Ursache für das zusätzliche Aufkommen der Schädlinge nennt Marcus Schmidt von der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich die zunehmende Reisetätigkeit der Menschen. Laut «Le Matin Dimanche» haben sich die BettwanzenVorfälle gegenüber dem Vorjahr gar verdreifacht. Auch in Kinos, Büros und Coiffeursalons haben sie sich zur Plage entwickelt. Die Calvin-Stadt hat deshalb eine Arbeitsgruppe gebildet, um «ein Problem der öffentlichen Gesundheit zu verhindern».

Marcus Schmidt empfiehlt, in Hotels als Erstes die Rückseite der Matratze zu kontrollieren. «Zudem sollte man den Koffer nicht in der Nähe des Bettes aufbewahren.» 70 Prozent der von ihm beratenen Anrufer hätten die Wanzen aus den Ferien im Koffer mit eingeschleppt. Beim Rest handle es sich um öffentliche Betriebe wie Hotels, Notschlafstellen, Jugendherbergen oder Asylzentren.

Eine Krankheitsübertragung durch Wanzen ist nicht bekannt. Allerdings können die Bisse Ausschläge und mehrtägigen Juckreiz verursachen. Für die Kammerjäger sind die Wanzen ein gutes Geschäft. Die Behandlung eines befallenen Zimmers kostet zwischen 800 und 1500 Franken. Die Schädlingsbekämpfer der Zürcher Firma Anticimex sind dieses Jahr bereits rund hundert Mal ausgerückt. Das sind laut Geschäftsleitungsmitglied Daniel Casanova noch bei weitem nicht so viele Fälle wie in Genf, aber rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper