Satire im Schweizer Fernsehen SRF sorgte zuletzt für mehr Ärger als Spass: Wegen eines Sketchs in der Jahresend-Sendung «Endspott», in dem Birgit Steinegger als schwarz angemalte Frau Mgubi aufgetreten ist, geriet der Sender öffentlich unter Rassismus-Verdacht. Den langjährigen SRF-Satirikern Viktor Giacobbo und Mike Müller wurde in der anschliessenden Humordebatte vorgeworfen, sie würden, statt dem Publikum bissige Satire zu bieten, lieber mit «eingeladenen Polit-Grössen harmlos herumblödeln».

Ob Zufall oder nicht: Das Schweizer Fernsehen scheint jetzt in Sachen Satire einen Zacken zulegen zu wollen – und plant mit dem Berner Komiker Semih Yavsaner alias Müslüm ein neues TV-Format. SRF-Mediensprecher Jonathan Engmann bestätigt entsprechende Recherchen: «Die SRF-Programmentwicklung arbeitet zusammen mit Semih Yavsaner an einer Pilotsendung.» Bisher seien jedoch weder Sendetitel, Sendeplatz noch Austrahlungskadenz näher definiert.

Nach Informationen der «Schweiz am Sonntag» ist die Sendung für die Vorabendschiene auf SRF 2 geplant. Aus dem Umfeld des Künstlers, der über seine Promotionsagentur ausrichten lässt, keine Stellung nehmen zu wollen, ist zu vernehmen, dass das TV-Projekt unter dem inoffiziellen Arbeitstitel «Schoggiland» fungieren soll.

Landesweit bekannt wurde der 1979 als Sohn türkischer Eltern in Bern geborene Semih Yavsaner 2010 mit dem Song «Erich, warum bisch du nid ehrlich?», in dem er sich über den Berner SVP-Politiker Erich Hess lustig machte, der mittels Initiative die Berner Reitschule schliessen wollte. Das Lied wurde auf Youtube über eine Million Mal angeklickt, was Yavsaner einen Plattenvertrag und eine Hitparadenplatzierung einbrachte. Zuvor präsentierte er auf dem Berner Radiosender RaBe eine Show mit Telefonscherzen. 2012 landete Müslüm mit der Single «Süpervitamin» erneut einen Hitparaden-Renner.

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