VON LUKAS FÜGLISTER

Der Katzenjammer in der Tourismusbranche ist gross: Die Umsätze brechen wegen der Wirtschaftskrise ein, die grossen Reiseveranstalter «TUI Suisse» und Kuoni verordneten für einen Teil der Angestellten Kurzarbeit. Kuoni plant sogar einen Abbau von bis zu 400 Stellen.

Denn viele Schweizer blieben in der Krise lieber zu Hause, hiess es – oder fahren zumindest nicht in die Ferne. Einen Rückgang von mehr als 10 Prozent bei den Mittel- und Langstreckenflügen meldet auf Anfrage M-Travel (Hotelplan, Esco, Migros-Reisen).

Doch wer glaubt, die Schweizer würden nun vermehrt Ferien im eigenen Land machen, liegt falsch. Im ersten Halbjahr verzeichneten die Hotels hierzulande einen Rückgang an heimischen Gästen. 4,6 Prozent weniger Übernachtungen als in derselben Periode des Vorjahres. Das sind rund 345 000 Übernachtungen weniger.

Statt in die Schweizer Berge zieht es die Eidgenossen nach Österreich und Deutschland: Die beiden Länder melden mehr Schweizer Gäste als vor der Krise. So nahm die Zahl der Übernachtungen von Schweizern in österreichischen Hotels um knapp 45 000 zu – ein Plus von 3,4 Prozent. Die Übernachtungen von Schweizern in Deutschland stiegen gar um 4,1 Prozent oder um rund 65 000.

«Als Nahgebiet profitieren wir in der Krise», freut sich Carmen Breuss von der Österreich Werbung in Zürich. «Österreich liegt für Schweizer sehr nah. Trotzdem haben wir eine andere Kultur. Der Tapetenwechsel für Schweizer ist somit grösser, als wenn sie im Inland Ferien machen.»

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