Seit bald einem Jahr macht der Fall Hoeness nun in den Medien als abschreckendes Beispiel Schlagzeilen. Auch mehr und mehr Schweizer melden unversteuerte Vermögen bei den Steuerbehörden. Nachdem die Anzahl Selbstanzeigen bereits 2013 auf Rekordstände geklettert ist, beschleunigt sich der Trend 2014.

Der Kanton Schwyz verzeichnet in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres schon 42 Selbstanzeigen. «Hochgerechnet auf das Jahr ergibt das einen neuen Rekord», sagt Meinrad Betschart, Leiter der Abteilung «Nachsteuern und Steuerstrafen» des Kantons Schwyz.

Das gleiche Bild im Kanton Aargau: Nach dem Rekordjahr 2012 mit 319 Selbstanzeigen liegt 2014 «die Anzahl der eingegangenen Selbstanzeigen deutlich höher als in der Vergleichsperiode im vergangenen Jahr», sagt David Schenker, Leiter Nachsteuern und Bussen. Auch der Kanton Wallis verzeichnet eine «steigende Tendenz» bei den Selbstanzeigen. Im vergangenen Jahr nahmen allein die Kantone Zürich, Bern und Genf aufgrund von Selbstanzeigen Nachsteuern von jeweils 30 bis 45 Millionen Franken ein.

Neben dem Fall Hoeness, über den seit bald einem Jahr diskutiert wird, tragen nach Ansicht der Steuerbehörden vor allem die Diskussion um die Einführung des automatischen Informationsaustauschs sowie Pläne für ein verschärftes Steuerstrafrecht zur anhaltenden Zunahme bei den Selbstanzeigen bei. Noch in diesem Frühling will der Bundesrat den weiteren Fahrplan für die Gesetzesrevision beschliessen.

Aus dem Fall Hoeness zieht der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nun Konsequenzen. Die Bedingungen für eine straffreie Selbstanzeige würden verschärft, sagt er im Interview. Er glaubt, dass der automatische Informationsaustausch mit der Schweiz bald kommen werde: «Das Bankgeheimnis hat in einer Welt der Globalisierung und Digitalisierung seine Funktion immer mehr verloren.»

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