Bei ihrem Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) können die kurdischen Peschmerga-Widerstandskämpfer auf Munition des bundeseigenen Schweizer Rüstungsbetriebs Ruag zählen. Die Ruag Ammotec in Deutschland stellt Munition für die 8000 G36-Sturmgewehre her, die Deutschland in den nächsten Tagen an die Streitkräfte der kurdischen Regionalregierung im Irak liefert. Zwar lässt sich die deutsche Bundeswehr noch von einem zweiten Hersteller mit der Gewehrmunition beliefern, doch traten bei dieser Munition zuletzt schwere Mängel auf. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» hält ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums aber fest: «Es wird ausschliesslich nicht auffällig gewordene Munition geliefert werden.» Insgesamt schicke die Bundeswehr den Peschmerga 4 Millionen Schuss G36-Munition, sagt der Sprecher.

Der Vormarsch der islamistischen Milizen im Irak und in Syrien und ihre Brutalität haben die Weltöffentlichkeit aufgeschreckt. Die Terroristen rekrutieren ihre Kämpfer auch unter Muslimen in Westeuropa.

Laut dem Nachrichtendienst des Bundes sind 15 Dschihad-Reisende aus der Schweiz in Syrien unterwegs. Auf Facebook präsentieren sie sich mit schwarzer IS-Flagge und Hasstiraden. Gegen sie laufen bei der Bundesanwaltschaft Verfahren wegen Unterstützung von oder Beteiligung an organisierter Kriminalität. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da der Aufenthaltsort der Kämpfer schwer eruierbar ist und sie elektronische Spuren systematisch verschleiern. Hinzu kommt: «In der Regel können wir nicht auf die Unterstützung lokaler Behörden zurückgreifen», sagt Francesco Maltauro von der Bundesanwaltschaft. Zwei Dschihad-Kämpfende sind bis jetzt im Krieg gefallen. Einer ist zurückgekehrt.

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