Die Schweizer sind Weltmeister beim Altwerden. Mit einer Lebenserwartung von 82,8 Jahren liegen sie erstmals vor den Japanern, die jahrelang auf Platz eins gelegen hatten und nun mit 82,7 Jahren auf Platz zwei abgerutscht sind.

Die Gründe liegen beim höheren Wirtschaftswachstum der Schweiz, den höheren Ausgaben für das Gesundheitssystem und einer deutlich gesunkenen Rate von Krebstoten. Auch ist die Zahl der Suizide rückläufig, während sie in Japan auf hohem Niveau stabil geblieben ist.

Positive Folgen hat offenbar die Gesundheitsprävention des Bundes. Der Tabak- und Alkoholkonsum ist in der Schweiz stärker zurückgegangen als in Japan. Das zeigt die Gesundheitsstatistik 2013, welche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) diese Woche veröffentlicht hat.

Die Lebenserwartung bei Geburt hat sich in der Schweiz seit 1900 fast verdoppelt. Der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern verringert sich seit Jahren und beträgt noch 4,2 Jahre.

Mit dem Sterben wird für viele Menschen der Glaube wichtig. Obwohl die Zahl der Kirchenmitglieder seit Jahren schrumpft, bleibt die Zahl der kirchlichen Beerdigungen stabil. Das zeigt die gestern veröffentlichte Kirchenstatistik des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts, einer Forschungsinstitution der katholischen Kirche. Auch die Zahl der Taufen ist im Verhältnis zu den Geburten gleich geblieben.

Ganz anders sieht es bei den Trauungen aus. Zwar liegt das Heiraten im Trend, doch der göttliche Segen ist vielen Paaren nicht mehr wichtig. 42 654 Paare haben sich vergangenes Jahr in der Schweiz das Jawort gegeben. Doch nur 9200 Trauungen fanden in einer reformierten oder katholischen Kirche statt – das sind rund 60 Prozent weniger als noch vor zwanzig Jahren.

Selbst wenn beide Partner katholisch sind, entscheidet sich nur noch jedes dritte Paar für eine kirchliche Trauung. Bei einem reformierten Paar ist es jedes zweite.

Die katholische Theologin Monika Schmid begründet die historisch tiefen Zahlen so: «Die emotionale Anbindung an die Kirche hat in den letzten Jahren abgenommen und wird noch mehr abnehmen.»

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